Aus Blog Your Thing wird Janneke.at

Warum ich nach 10 Jahren den Namen meiner Marke ändere

Anfang des Monats habe ich in meinem Newsletter etwas angekündigt, das mich wahnsinnig viel Überwindung gekostet hat.

Ich trete in Zukunft nicht mehr unter Blog Your Thing auf, dem Markennamen, den es seit 10 Jahren gibt. Sondern unter meinem eigenen Namen: janneke.at.

Diese Entscheidung ist monatelang in mir herangereift, genau genommen sogar jahrelang. Der Weg dorthin hat mehr mit Fokus zu tun als mit Marketing, und genau deshalb erzähle ich dir die ganze Geschichte.

Wenn du selbst gerade überlegst, ob du dein Thema wechselst, deinen Namen änderst oder etwas loslässt, das noch gut läuft: Der Text ist für dich.

Zehn Jahre lang war ich die Frau fürs Bloggen

2015 habe ich mich als Blog-Coach selbstständig gemacht. Von Minute null an war der Blog mein wichtigster Kanal.

Eigentlich hat sich bei mir alles ums Bloggen gedreht, schon bevor ich das Gewerbe angemeldet habe. Das war nicht nur mein Geschäftsmodell, sondern meine Identität.

Wenn dein Thema so eng an dir klebt, ist jede Veränderung daran eine Frage an dich selbst. Nicht nur ans Business.

Mit den Zwillingen hat sich meine Arbeitsweise komplett gedreht

2019 bin ich Mama von Zwillingen geworden. Wenn man Mama wird, stellt man ganz viel in Frage, und die eigene Identität steht auf einmal kopf.

Vorher habe ich 70, 80 Stunden pro Woche gearbeitet. Danach habe ich mein Business auf 2 bis 5 Stunden pro Woche zusammengeschrumpft. Heute sind es 20.

Genau aus dieser Not heraus habe ich mein eigenes Planungssystem gebaut. Nicht als Produkt gedacht, sondern damit ich überhaupt weiterarbeiten kann.

Und ich habe gemerkt, dass Bloggen nicht mehr alles ist. Dass ich viel mehr kann als das.

Eine Kundin hat das einmal so ausgedrückt, dass ich es mir aufgeschrieben habe. Auf diesen Zettel schaue ich bis heute, wenn es mir mies geht:

Du bist jemand, der Klarheit bringt. Du siehst Zusammenhänge, wenn andere den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und du hilfst Menschen, ihren Weg zu finden. Ruhig, klar und auf den Punkt. Das ist deine Stärke.

Hast du auch so einen Satz über dich irgendwo aufgeschrieben? Meistens sehen andere unsere Stärke deutlicher als wir selbst.

Ein zweiter Moment kommt aus einer Business-Mastermind mit vielen Mamas. Ich habe dort einmal hergezeigt, wie ich mit Asana arbeite und wie ich plane. Die Runde war begeistert.

Die Leiterin hat danach zu mir gesagt: „Janneke, wenn du über dieses Thema sprichst, dann leuchtest du und man merkt, wie viel Freude dir das macht.“

Zwei Themen parallel funktionieren bei 20 Stunden nicht

Ich habe trotzdem versucht, beides aufzubauen. Bloggen unter Blog Your Thing, Produktivität unter Projekt: Fokus!.

In meinem Kopf als Blogging-Expertin stand immer: Du brauchst eine Nische, die Leute müssen ganz genau wissen, wer du bist. Also zweigleisig.

Bei 20 Stunden pro Woche geht das schlicht nicht. Ich kann nicht zwei Podcasts, zwei Webseiten, zwei Blogs und zwei Newsletter stemmen. Wenn du auch zwei Themen bespielst, weißt du genau, wovon ich rede.

Also habe ich schweren Herzens gesagt: Die Produktivitätsschiene muss wieder in den Hintergrund treten. Weil das, womit ich mein Geld verdient habe, das Bloggen und die Blogothek waren.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mit meiner Assistentin darüber gesprochen habe, dass ich Produktivitätsthemen wieder aufnehmen möchte. Aber nicht jetzt. Jetzt muss noch das für die Blogothek fertig werden und das beim Bloggen.

Dann kam das ganze KI-Thema dazu, und es blieb wieder weniger Zeit.

Privat war es genauso wenig ruhig. In der Familie gab es gesundheitliche Schwierigkeiten, dazu eine Trennung, die ich hinter mir habe. Das, worauf du deinen Fokus legst, geht voran, und mein Fokus lag nicht auf Projekt: Fokus!.

Eine Frage auf einer Konferenz hat den Ausschlag gegeben

Vergangenen Herbst war ich auf einer Konferenz von Philipp Maderthaner. 3 Tage, ein Raum voller erfolgreicher Menschen, und wir konnten Fragen stellen.

Ich habe bis zum allerletzten Moment gewartet. Weil ich mich nicht getraut habe.

Was denken gestandene Unternehmer mit Familienbetrieben von mir, wenn ich herkomme und sage: Ich habe ein Thema, von dem ich weiß, wie wichtig es ist. Und ich habe ein neues Thema, für das ich noch mehr brenne. Und ich weiß nicht, wie ich das zusammenbringen soll.

Seine Antwort hat mir die Erkenntnis gebracht, die mir jahrelang gefehlt hat. Ich muss mich auf das fokussieren, was ich in Zukunft machen möchte.

Es bringt nichts, alle Kapazitäten in das zu stecken, was zwar jetzt funktioniert, aber nicht meine Zukunft ist.

Steck kurz deinen eigenen Namen in diesen Satz. Wo geht deine Zeit gerade hin? In das, was läuft, oder in das, wo du hinwillst?

Und was habe ich dann gemacht? 2025 sind noch 100 Prozent meiner Arbeitszeit in die Blogothek geflossen. Im Jänner waren es nur noch 14 Prozent, die restlichen 86 Prozent gingen in Projekt: Fokus!.

Plötzlich war all das möglich, wovon ich ewig geredet habe. Es gab wieder Launches, begeisterte Kundinnen, einen eigenen Newsletter und Freebies. Nur weil ich beschlossen habe, worauf mein Fokus läuft.

Der Name hat genau die Leute abgeschreckt, die ich erreichen will

Mit dieser Verschiebung kam ein neuer Punkt dazu. Der Name Blog Your Thing passt nicht mehr, da steckt das Bloggen schon drin.

Und jetzt kommt der Teil, bei dem ich mich selbst nicht mehr ernst nehmen konnte.

Seit meinem zweiten Jahr in der Selbstständigkeit sage ich meinen Kundinnen: Nimm deinen Namen. Wenn du dich auf ein Thema festlegst und sich das später ändert, wird es schwierig.

Ich habe genau den Fehler gemacht, vor dem ich alle anderen gewarnt habe.

Meine Ausrede dafür war immer dieselbe: Meinen Nachnamen kann niemand schreiben. Duijnmaijer. Wenn du das hörst, merkst du es dir nicht.

Das war jahrelang meine Legitimation, bei Blog Your Thing zu bleiben.

Nur wurde der Name inzwischen kontraproduktiv. Leute haben sich meine Freebies runtergeladen oder sich für Projekt: Fokus! interessiert, haben dann Blog Your Thing gesehen und gedacht: Ich blogge ja nicht mehr, dann kann der Kurs nichts für mich sein.

Merkst du, was da passiert? Der Name hat gefiltert. Nur eben die Falschen raus.

janneke.at kann man sich merken. Und schreiben kann man es auch.

Die Gedanken, die mich jahrelang aufgehalten haben

Dass es so lange gedauert hat, liegt an 3 Gedanken. Ich schreibe sie auf, für den Fall, dass du gerade an derselben Stelle stehst.

„Dann kennt mich ja niemand mehr“

Das war ein Brainfuck, den ich ewig mit mir herumgetragen habe.

In Wirklichkeit war Blog Your Thing immer schon eine Personal Brand. Die hat immer an mir gehangen, ich stand mit meinem Gesicht immer im Vordergrund.

Dazu kommt, dass viele Blogothek und Blog Your Thing ohnehin synonym verwenden. Die Umstellung ist also längst nicht so dramatisch, wie ich mir das ausgemalt habe.

Wenn dich dieser Gedanke auch bremst, dann schau ehrlich nach: Kennen die Leute wirklich deinen Markennamen? Oder kennen sie dich?

„Ich verliere meine Nische“

Das war der Gedanke, der mich am längsten blockiert hat. Ich bin die Expertin fürs Bloggen, und ein zusätzliches Thema sprengt das.

Ich bin immer noch der Meinung, dass du eine Nische brauchst, wenn du online als Expertin sichtbar werden willst. Aber ich habe mich hier selbst ein bisschen belogen.

Produktivität ist so ein großes Thema, habe ich gedacht, dann habe ich keine Nische mehr. In Wirklichkeit habe ich sehr wohl eine. Sie auszuarbeiten hat gedauert, ich habe monatelang recherchiert und geschaut, wofür ich mit meiner Person stehen möchte.

Meine Nische heißt jetzt Business Mental Load und Planbarkeit im Business-Alltag. Auch das ist im deutschsprachigen Raum noch kaum besetzt.

Und dann fiel mir noch etwas auf: Ich hatte die Rangordnung falsch. Bloggen ist ein Unterthema von Produktivität, nicht umgekehrt.

Wer selbstständig ist, wenig Zeit hat und trotzdem sichtbar sein will, braucht eine Marketingmaßnahme, die auch dann arbeitet, wenn man selbst nicht online ist. Und genau das ist der Blog.

Ganz ehrlich: Ich kann dir nicht sagen, warum das in meinem Kopf so lange gedauert hat. Wenn man Angst hat, etwas loszulassen, das bisher funktioniert hat, überlegt man sich Gründe, warum das Neue nicht gehen kann.

„Das ist viel zu viel Arbeit“

Alles umzustellen kam mir vor wie ein riesengroßer Heißluftballon an Sachen, die ich sofort machen muss.

Es ist tatsächlich viel Arbeit. Deshalb mache ich es auch nicht auf einmal.

Angefangen hat es beim Instagram-Account, weil ein Name schnell umgestellt ist. Als Nächstes kommen die E-Mails, die künftig von janneke.at kommen. Irgendwann im Lauf der nächsten Monate zieht auch der Blog um, mit allen Inhalten, die es dort gibt.

Follower weg, Abmeldungen, und trotzdem richtig

Diese Umstellung war nicht angenehm. Und das ist der Teil, den dir sonst niemand erzählt.

Wie ich Anfang des Jahres offensiv über Produktivität geschrieben und geredet habe, hat ein großer Teil meiner alten Zielgruppe abgewinkt. Das Thema interessiert sie nicht, oder gerade nicht.

Ich habe Follower verloren. Ich habe Newsletter-Abonnentinnen verloren.

Das war kein schönes Gefühl. Ich saß oft in Panik da, habe EFT-Tapping gemacht, um mich zu beruhigen, und war einmal an dem Punkt, an dem ich gedacht habe: Ich weiß nicht, ob das die richtige Entscheidung war.

Dann habe ich mich hingesetzt und mir die Zahlen angeschaut. Das Schöne an Zahlen ist, dass sie nicht lügen.

Ja, es wurden weniger. Und dann kam der Moment, an dem wieder mehr dazugekommen sind. Vor allem kommen jetzt die Leute, die sagen: Produktivität ist mir wichtig.

Wenn du gerade mitten in so einer Phase steckst und die Zahlen nach unten zeigen: Schau dir an, WER geht. Wenn die Falschen gehen, ist das kein Verlust, sondern Aufräumen.

Ich bin ein halbes Jahr in dieser Umstellungsphase drin. Das Wachstum geht nicht so steil nach oben, wie ich es vom Bloggen gewohnt bin. Aber ich habe jetzt Entwicklungsspielraum, und das ist mir mehr wert.

Ich beschäftige mich zum Beispiel viel mit KI, weil ich ein Technik-Nerd bin. Wie ich sie in die Planung einbaue, wie ich meinen Kurs damit besser mache. All das funktioniert unter janneke.at.

Was du daraus mitnehmen kannst

Wenn du etwas verändern willst, musst du anders agieren

Du kannst nicht so weitermachen wie bisher und sagen, das mache ich später, dafür ist jetzt keine Zeit.

Du musst dir die Zeit nehmen und Kapazitäten freischaufeln. Sonst ändert sich nichts, und du redest in 3 Jahren noch immer davon.

Der Name entscheidet mit, wer sich angesprochen fühlt

Wenn du überlegst, ob du eine Personal Brand unter deinem Namen aufbaust oder lieber ein Thema wählst, kann ich es heute klarer sagen als je zuvor: Nimm deinen Namen.

Legst du dich auf ein Thema fest und willst später etwas ändern, kriegst du ein Problem. Und wenn dein Name genauso unschreibbar ist wie meiner, findet sich trotzdem eine Lösung.

Entscheidungen triffst du mit Zahlen, nicht nach Gefühl

Wie meine Follower weniger geworden sind, wäre die Entscheidung nach Gefühl komplett falsch ausgefallen. Ich hätte zurückgedreht.

Unser Gefühl ist in solchen Phasen trügerisch. Deshalb: Wenn du eine Entscheidung triffst, dann immer mit Zahlen.

Auch riesige Projekte lassen sich in Etappen zerlegen

Für mich war diese Umstellung ein Riesending. Bis ich mich hingesetzt und geschaut habe, was die konkreten Aufgaben sind.

Was kann ich schnell machen, was braucht länger? Aus dem Heißluftballon sind lauter Wasserbomben geworden, und 2, 3 davon sind schon abgearbeitet.

Probier das beim nächsten Projekt, das dich lähmt. Meistens ist es nicht groß, sondern nur unsortiert.

Fokus heißt manchmal, etwas gehen zu lassen, das gut ist

Fokus bedeutet, sich auf Dinge zu konzentrieren. Das geht nur, wenn du dabei auch Dinge gehen lässt.

Ganze Blogging-Funnel mit Produkten daran habe ich gehen lassen. Ich optimiere sie nicht weiter, es kommt nichts Neues dazu, obwohl sie gut sind. Manche Produkte habe ich eingestellt.

Das war nicht einfach und hat viel Überwindung gekostet. Am Ende macht es mein Business besser und mich auch glücklicher.

Prioritäten-Kompass Workbook

Was muss gehen, damit du vorankommst?

Der Prioritäten Kompass führt dich durch die Frage, was gerade wirklich zählt und was warten kann. Damit du weißt, was du loslässt.

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Es ändert sich weniger, als es aussieht

Die Blogothek gibt es weiterhin. Der Blog läuft weiter, und wenn er irgendwann auf janneke.at umzieht, steht dieselbe Person dahinter. Nämlich ich.

Viel Content zu meiner Umpositionierung wird es nicht mehr geben, du wirst es Schritt für Schritt sehen.

Ich freue mich wahnsinnig darauf, die nächsten 10 oder 15 Jahre mit euch zu gehen. Nicht nur mit dem Thema Bloggen, sondern auch mit Produktivität und Fokus.

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