Ich weiß nicht, ob das nur in meiner Bubble so ist. Aber ich habe das Gefühl: Es gibt keinen Weg an KI vorbei.
Egal wo ich bin, mit wem ich spreche: Alle sagen mir, ich muss das jetzt mit KI machen, sonst kann mein Business nicht weiter bestehen. Und wenn ich es nicht mache, dann hängen mich in ein paar Wochen alle ab.
Nun bin ich Technik-Nerd im Herzen. Solche Aussagen reizen mich natürlich.
Was kann man mit KI tatsächlich machen? Funktioniert das wirklich so gut, wie alle behaupten?
Also habe ich mir ein Sideproject genommen. Nicht während meiner Arbeitszeit, sondern an den Abenden, als Feierabendprojekt sozusagen.
In diesem Artikel teile ich, was ich in diesen Wochen gelernt habe: was funktioniert, was nicht funktioniert und was vielleicht einfach Augenauswischerei ist.
Kleiner Spoiler vorweg: Es ist nicht so leicht, wie es ausschaut oder wie alle behaupten. Aber es lohnt sich, wenn du eine Sache vorher schon weißt, bevor du damit startest.
Wie nutze ich KI aktuell in meinem Business?
Bevor ich dir die Workflows zeige, kurz zur Info: Ich arbeite aktuell fast ausschließlich mit Claude. Und zwar nicht nur mit dem normalen Chat, sondern auch mit Claude Cowork.
Der Unterschied: Beim Chat schickst du dir wie bei ChatGPT Nachrichten hin und her. Claude Cowork dagegen kann auf meinen Browser und meine Dateien zugreifen. KI kann also Dinge tatsächlich für mich erledigen.
Das ist wichtig, damit du verstehst, warum manche der folgenden Abläufe überhaupt möglich sind.
Welche 7 KI-Workflows laufen bei mir wirklich?
Aktuell habe ich sieben Workflows, die ich regelmäßig nutze. Ich mache zwar noch mehr Sachen damit, aber nicht so regelmäßig oder erfolgreich, das ich darüber berichten könnte. Diese 7 Workflows habe ich aber schon mehrere Monate im Einsatz:
Blogartikel aktualisieren inklusive SEO-Recherche
Wenn ich einen alten Artikel auffrischen möchte, gebe ich ihn Claude und sage, was sich verändert hat oder veraltet ist.
Claude schaut sich den Text an, vergleicht ihn mit den Mitbewerber-Artikeln, findet Lücken und schlägt vor, was rein muss. Ich entscheide dann, was wir übernehmen und was gleich bleibt.
So entsteht ein Co-Creation-Prozess. Das Schöne: Mein Artikel ist schon da. Die Gefahr, dass am Ende nichts mehr nach mir klingt, besteht also gar nicht erst.
Blogartikel komplett neu schreiben
Auch hier liefert nicht Claude den Input, sondern ich. Den kompletten Brain Dump zum Thema gebe ich vor, Claude macht den Artikel daraus.
Recherche passiert nur bei den Mitbewerbern. Das ist der Grund, warum der Text am Ende nach mir klingt und nicht nach KI.
Diese beiden Workflows sind bei mir die wichtigsten. Ich komme vom Bloggen und habe das Vorwissen, das es dafür braucht.
Diesen Punkt solltest du dir für den Rest dieses Artikels merken: Solche Abläufe funktionieren nur, wenn du weißt, wie sie auch ohne KI funktionieren.
Mein Bloggen-Prozess ist nicht in den letzten zwei Wochen entstanden, sondern in über zehn Jahren.
WordPress-Upload des fertigen Artikels
Das kann nur Claude Cowork. Cowork lädt den Text direkt in WordPress hoch, samt Yoast-SEO-Einstellungen und VG-Wort-Zählmarke.
Bildblöcke sind vorbereitet, die Bilder muss ich selbst einfügen (das funktioniert aus irgendeinem Grund noch nicht automatisch). Was bleibt: überprüfen, auf Veröffentlichen klicken, fertig.
Das Schöne ist, dass ich dabei nichts vergessen kann. Kategorien sind angelegt, Yoast ist gefüllt, alles dran.
Podcast-Shownotes und Podigee-Upload
Claude erstellt die Shownotes, die Kapitelmarken und alles, was dazugehört, und lädt das direkt in Podigee hoch.
Ich muss nur noch die Audio-Datei einspielen. Wer selbst einen Podcast hat, weiß, wie viel Zeit das normalerweise schluckt.
Social-Media-Planung passend zur Monatsplanung
Seit ein paar Wochen baue ich wieder Social Media auf und plane den Content gemeinsam mit Claude.
Wichtig dabei: Die Posts dürfen nicht irgendwas sein, sondern müssen auf das aktuelle Ziel einzahlen, etwa einen Launch, ein Webinar oder ein Freebie.
Das aufzusetzen ist ehrlicherweise tricky gewesen. Mittlerweile funktioniert es schon ganz ordentlich, perfekt ist es noch nicht.
Eintragen in den Notion-Redaktionsplan
Während der Planung legt Claude alle Postings direkt im Content-Kalender ab und kopiert die Captions rein.
Am Ende muss ich nur noch in mein Social-Media-Tool rüberkopieren.
Der nächste Schritt wäre, das ebenfalls zu automatisieren. So weit bin ich aber noch nicht.
Aufzeichnungen aus Projekt: Fokus! in Mentortools einsortieren
Wir haben dort regelmäßige Calls, die automatisch in Vimeo landen. Ich gebe den Vimeo-Link an Claude weiter.
Der Rest läuft von selbst: Lektion anlegen, Aufzeichnung einbinden, veröffentlichen.
Das ist eine Aufgabe, die ich gerne mal vergessen habe, besonders wenn die Aufzeichnung erst spät verfügbar gewesen ist. Jetzt passiert es quasi von alleine.
Was ist die Wahrheit hinter „KI spart sooo viel Zeit“?
Wenn man von KI hört, klingt es oft so: Du klickst auf einen Knopf, und alles läuft.
So ist es nicht. Ich habe sehr viel Zeit investiert, damit das, was ich oben beschrieben habe, scheinbar von alleine funktioniert.
Diese Zeit habe ich an meinem Feierabend verbracht. Für mich ist das mehr ein Spaßprojekt gewesen, weil ich technische Spielereien gerne mag. Aber es sind trotzdem viele, viele Abende gewesen.
Dazu kommt: Nur weil etwas einmal funktioniert, heißt das nicht, dass es immer wieder funktioniert.
Bei jedem neuen Ablauf bin ich die ersten Male daneben gesessen und habe Fehler behoben. Die KI hat keinen Zugriff gehabt, obwohl sie ihn eigentlich haben sollte. Oder sie hat einfach etwas ganz anderes gemacht.
Da musst du wirklich dahinter bleiben.
Ein guter Vergleich: Wenn du der KI einen Ablauf erklären willst, musst du das so tun, als würdest du es einem Schulkind erklären.
Du darfst die KI nicht mit einer Assistentin gleichsetzen, die selbst Erfahrung mitbringt, eigene Schlüsse zieht und sich anschaut, wie etwas bei dir konkret funktioniert.
Du musst ganz genau briefen, manchmal Klick für Klick. Ein Mal hat mit Claude gesagt er kann keine Bilder lesen und ich musste ihn daran erinnern, dass er das doch kann… Das habe ich ehrlich gesagt anders erwartet.
Auch beim Tempo habe ich mir mehr versprochen. Wenn überall von Arbeitsersparnis die Rede ist, denkst du, das geht schnell.
Aber die KI braucht teilweise ziemlich lang. Beim Podigee-Upload zum Beispiel bin ich vermutlich schneller, wenn ich die Inhalte selbst rüberkopiere.
Es ist halt trotzdem ein kleiner Luxus, weil ich nicht mehr an alles denken muss. Den Workflow hat die KI drin.
Was hat bei mir trotz wochenlangem Probieren nicht funktioniert?
Es gibt auch Dinge, die ich aufgegeben habe. Und das ärgert mich bis heute, weil ich sie auf Social Media immer wieder sehe.
Das Dashboard mit allen wichtigen Kennzahlen
Ein Dashboard, das sich automatisch aktualisiert: eine echte Traumvorstellung. Denn aktuell pflege ich alles in Excel-Listen.
Ich muss jedes Tool aufmachen, schauen, wie viele Leads ich da habe, wie viele dort, und das überall eintragen. Eine Stunde pro Monat geht dafür drauf.
Wenn das auf Knopfdruck geht, ist das ziemlich cool.
Also habe ich mich hingesetzt und das Dashboard gebaut. Es hat nicht funktioniert. Anders gepromptet: hat auch nicht funktioniert.
Fünf Abende habe ich damit verbracht, bis ich aufgegeben habe.
Das Aussehen hat vermutlich an meinen Prompts gelegen, da könnte ich noch besser beschreiben, was ich will.
Aber das eigentliche Problem: Die Zahlen haben einfach nicht gestimmt.
Egal wie oft ich nachgehakt habe, da hat es schlicht keine saubere Verbindung gegeben. Irgendwann sagst du: Okay, es funktioniert nicht. Mache ich anders.
Karussell-Posts auf Knopfdruck im eigenen Branding
Ich habe das probiert, habe Videos angeschaut, andere Workflows studiert.
Was die KI ausspuckt, sieht ein bisschen nach meinem Branding aus, aber eben nur ein bisschen.
Da sind abgeschnittene Gesichter dabei gewesen und Farbverläufe, die ich gar nicht nutze.
Klar, mit mehr Prompts schaut das Ergebnis vermutlich besser aus. Aber ich möchte nicht zwanzig Nachrichten hin- und herschicken, in denen ich erkläre, was kleiner oder größer sein muss.
Das ist keine echte Arbeitserleichterung. Schon gar nicht der Knopfdruck, den uns alle suggerieren.
Außerdem brauche ich für viele dieser Ideen komplett neue Workflows. Und ich kann nicht von heute auf morgen mein ganzes Business und alle Abläufe über den Haufen werfen.
Was solltest du wissen, bevor du dich an die KI setzt?
Mein wichtigstes Learning aus diesen Wochen: Es bringt nichts, wenn du wild drauflos startest, dich mit KI zu beschäftigen.
Du musst dir zuerst überlegen, welche Abläufe du überhaupt in deinem Business hast. Was davon kann die KI übernehmen? Was brauchst du wirklich?
Das klingt banal, macht aber den Unterschied zwischen vier verschwendeten Abenden und einer Aufgabe, die dir die KI tatsächlich abnimmt.
Du musst zuerst wissen, wie dein Business funktioniert. Welche Aufgaben kommen regelmäßig wieder, jede Woche, jedes Monat? Wo verlierst du Zeit, die du anderswo sinnvoller einsetzt?
Erst wenn du das weißt, kannst du die KI gezielt ansetzen und dir gezielt Workflows überlegen.
Das Aufsetzen kostet ja Zeit. Diese Zeit ist nur dann sinnvoll investiert, wenn sie dir hinterher etwas erspart.
Wenn du nicht weißt, wo dein Hebel liegt, sitzt du da und probierst Dinge aus, weil du sie irgendwo gesehen hast.
Gerade auf Instagram gibt es so viel, was verlockend klingt. Du machst es einfach, weil du es gesehen hast, nicht weil es dich oder dein Business weiterbringt.
Genau darin liegt für mich eine der großen Gefahren der KI: Jetzt ist plötzlich alles möglich, du erstellst schnell mal eben Dinge und denkst gar nicht über den Rattenschwanz nach, der mit dranhängt.
Wenn ich daran denke, wie oft ich höre, man könne in neunzig Minuten mit KI einen Onlinekurs erstellen: Erstens stellt sich für mich die Frage nach der Qualität.
Zweitens bleibt es ja nicht beim Erstellen. Du musst den Kurs bewerben, brauchst Marketing, einen Funnel. Auch das musst du mitdenken.
Wenn du KI nicht so einsetzt, dass sie dich wirklich unterstützt, hast du am Ende viel über KI gelernt, aber wenig für dein Business gewonnen.
Und ganz ehrlich: Du möchtest ja gar keine KI-Expertin werden. Du willst dein Business voranbringen.
Schau dir also nur die Workflows an, die du selbst auch wirklich brauchst.
Damit das gelingt, brauchst du zuallererst Klarheit über dein eigenes Business: über deine Aufgaben und über das, was dich am meisten Zeit kostet.
Erst Klarheit über dein Business, dann KI
Genau hier setzen wir in meinem Kurs Projekt: Fokus! an. Bevor du dich an den Computer setzt und der KI irgendetwas sagst, brauchst du den Überblick über dein gesamtes Business.
Wir schauen uns deine regelmäßigen Aufgaben an, deine Wochenstruktur, was wann drankommt.
Daraus entsteht die Basis für drei Dinge: deine Wochenplanung, deine Prioritäten und die Entscheidung, was du sinnvoll an die KI abgeben kannst.
Im Sommer starte ich wieder mit einem neuen Durchlauf. Wenn du dabei sein möchtest, wenn du sagst, du willst diese Basis aufbauen, damit du danach überhaupt mit KI sinnvoll arbeiten kannst: trag dich gern auf die unverbindliche Warteliste ein.
Den Link findest du in den Shownotes. Du erfährst als Erste, wann die Anmeldung offen ist, und bekommst alle Details direkt von mir.
Ich arbeite auch gerade an einem KI-Bonus, damit du nach dem Kurs direkt durchstarten kannst.
👉🏼 Hier kommst du zur Warteliste für Projekt: Fokus
Zum Abschluss
Dieser Artikel ist viel länger geworden, als ich mir gedacht habe.
Mir ist aber wichtig, dir einen Einblick zu geben: was möglich ist und wie viel Aufwand das tatsächlich bedeutet.
Wenn du gerade sagst, eigentlich habe ich nicht viel Zeit und muss mich erstmal auf mein Business konzentrieren: dann mach genau das.
Du bist noch lange nicht abgehängt. Wir alle sind in diesem Stadium, in dem wir lernen müssen, was geht und was nicht.
Viel wichtiger als jede einzelne KI-Funktion zu kennen ist, dass du dein Business im Griff hast.
Dass du einen Plan hast. Dass du Fokus hast.
Ganz ehrlich: Ohne das kann dir auch die beste KI der Welt nicht helfen. Dann arbeitest du immer nur an den Symptomen.
Mach dir also keinen Stress. In den nächsten paar Monaten wirst du nicht abgehängt. Es gibt so viele Menschen, die noch gar nicht mit KI gearbeitet haben.
Fokussier dich auf deine Fokusprojekte, deine Fokusaufgaben und dein Ziel und arbeite da erstmal dran.
FAQ
Fast ausschließlich mit Claude. Den normalen Chat nutze ich für schnelle Sachen wie Texte umformulieren oder Ideen sammeln. Claude Cowork nutze ich, wenn die KI tatsächlich etwas für mich machen soll: Artikel hochladen, Shownotes nach Podigee bringen oder Aufzeichnungen einplanen. Cowork kann auf den Browser und meine Dateien zugreifen. Das ist der entscheidende Unterschied.
Mehr, als alle behaupten. Bei mir sind über Wochen viele Stunden zusammengekommen. Auch jetzt sitze ich bei neuen Workflows die ersten Male daneben und behebe Fehler. Wer ‚ein Klick, fertig‘ verkauft, sagt nicht die ganze Wahrheit.
Bei mir die Content-Workflows: Blogartikel aktualisieren, Blogartikel neu schreiben aus dem Braindump und fertige Artikel in WordPress hochladen. Das funktioniert deshalb gut, weil ich vom Bloggen komme und das gesamte Vorwissen habe. Wenn dir das Vorwissen fehlt, sieht die Zeitrechnung anders aus.
Nein. Du wirst in den nächsten Monaten nicht abgehängt. Viel wichtiger ist, dass du dein Business im Griff hast, einen Plan hast und Fokus hast. Ohne das kann dir auch die beste KI nicht helfen.
Welche Aufgaben kommen bei dir regelmäßig vor? Was wiederholst du jede Woche, jedes Monat? Wo verlierst du Zeit? Erst wenn du das weißt, kannst du die KI gezielt ansetzen. Sonst verschwendest du Setup-Zeit an Workflows, die du gar nicht brauchst.





