Not ToDo Liste: Weniger Entscheidungen und produktiver arbeiten

Was gehört auf deine Not-to-do-Liste? (Und warum sie dich effizienter macht)

Die meisten Selbstständigen haben nicht das Problem, dass sie zu wenig Ideen haben. Im Gegenteil: sie haben zu viele.

Ein zweites Freebie vielleicht. Oder ein neues Angebot. Dann ist da noch ein Social Media Kanal, den du noch nicht bespielt hast. So ein shiny object, das plötzlich nach deiner Aufmerksamkeit ruft. Und ständig die Überlegung im Hinterkopf: Sollte ich mich damit nicht mal beschäftigen?

Das kennst du. Ich kenne das. Jede Selbstständige kennt das 😅.

Und das schwierigste für mich ist dabei, nicht sofort loszulegen.

Aber es gibt Abhilfe, und genau darum geht es heute: wie du es schaffst dieser Überzeugungsarbeit zu entkommen, weil du festlegst, was du bewusst nicht tun willst.

Dafür gibt es ein simples Werkzeug: die Not-to-do-Liste.

(Kleiner Hinweis: Es gibt ein Buch mit dem gleichnamigen Titel von Rolf Dobelli. Dieser Artikel ist keine Rezension, sondern ein Erfahrungsbericht + Tipps, wie ich mit einer Not-To-Do-Liste arbeite.)

Was ist eine Not-to-do-Liste, und warum kennt sie kaum jemand?

Es gibt wenig, das so befreiend ist wie die Erlaubnis, etwas nicht tun zu müssen. Gerade wenn du im Stress bist und bei jeder neuen Idee denkst: Das sollte ich eigentlich auch noch machen.

Wie gut tut es dann, wenn jemand sagt: Nein, damit musst du dich jetzt nicht beschäftigen.

Das Schöne daran: Du brauchst dafür niemanden von außen. Diese Erlaubnis kannst du dir selbst geben. Genau dafür ist eine Not-to-do-Liste da.

Eine Not-to-do-Liste ist das Gegenteil zur klassischen To-do-Liste.

Statt aufzuschreiben, was du erledigen willst, hältst du fest, was du bewusst nicht tun wirst.

Aktivitäten, Gewohnheiten, Businessentscheidungen, alles, was dich von deinen tatsächlichen Prioritäten ablenkt oder Energie kostet, ohne dich voranzubringen.

Not ToDo Liste: Weniger Entscheidungen und produktiver arbeiten

Klingt simpel. Ist es auch.

Und trotzdem: Wenn du bei Google nach „To-do-Liste“ suchst, bekommst du hunderte Millionen Ergebnisse. Die Not-to-do-Liste? Ein Bruchteil davon.

Das sagt eigentlich alles.

Warum funktioniert eine Not-to-do-Liste?

Eine Not-to-do-Liste funktioniert, weil du deine Prioritäten hinterfragen musst. Sie zwingt dich zu schauen was gut läuft und was nicht und zwingt dich ein Mal einen Entscheidung zu treffen – statt jeden Tag aufs Neue.

Solange du machst, was du immer gemacht hast, hinterfragst du deine Routinen nicht. Die Liste zwingt dich, einmal hinzuschauen.

Und das alleine der Gedanke „Das könnte ich anders machen“, hilft dir schon dabei effizienter zu arbeiten. Das bringt dich weiter als jedes neue Tool.

Dazu kommt: Jede Entscheidung, die du nicht mehr täglich neu treffen musst, weil sie schon auf deiner Liste steht, ist Energie, die du für die wichtigen Dinge frei hast.

Wenn dir das Thema „Prioritäten setzen“ Schwierigkeiten macht, dann dir meinen Prioritäten-Kompass an. Ein kostenloses Worksheet, mit dem du in 15 Minuten herausfindest, worauf du dich konzentrieren solltest.

Welche zwei Ebenen hat eine Not-to-do-Liste?

Eine Not-to-do-Liste hat zwei Ebenen. Die erste ist deine Arbeitsweise: wie du arbeitest und was du dabei bewusst sein lässt. Die zweite sind strategische Businessentscheidungen: was du in deinem Business grundsätzlich nicht machst. Für Selbstständige ist die zweite Ebene fast die wichtigere, um zielgerichtet zu arbeiten.

Ebene 1: Deine Arbeitsweise

Das sind Dinge, die du einmal festlegst und dann nicht mehr hinterfragen musst. Es geht darum, wie du arbeitest, und wie du nicht arbeiten willst.

Typische Beispiele:

  • Keine E-Mails vor 10 Uhr öffnen
  • Meetings nur an bestimmten Tagen
  • Kein Multitasking während konzentrierter Arbeitsphasen
  • Kein Social-Media-Scrollen als erste Aktion nach dem Aufstehen

Diese Entscheidungen triffst du einmal. Dann stehen sie.

Du brauchst sie nicht jeden Tag neu abwägen, weil du sie schon abgewogen hast.

Ebene 2: Strategische Businessentscheidungen

Das ist die Ebene, die meiner Meinung nach für Selbstständige fast noch wichtiger ist um sich im Alltag nicht zu verzetteln. Vor allem wenn es darum geht, dass du fokussiert auf deine Ziele hinarbeitest und du sowieso immer wieder Gefahr läufst Dinge auszuprobieren ohne sie vorher richtig zu prüfen.

Hier geht es nicht darum, wie du arbeitest. Sondern was du in deinem Business tust, und was nicht. Welche Angebote du machst. Welche Kanäle du bespielst. Welche Projekte du umsetzt.

Beispiele:

  • Kein neues Freebie in diesem Quartal
  • Kein neuer Social-Media-Kanal in diesem Jahr
  • Keine 1:1-Angebote unter einem bestimmten Preis
  • Keine Kooperationen, die nicht direkt mit meinen aktuellen Projekten zusammenhängen

Der Unterschied zur ersten Ebene: Diese Entscheidungen bleiben nicht für immer stehen. Du überprüfst sie regelmäßig, aber du diskutierst sie nicht jeden Tag neu mit dir selbst.

Wie sollten die Einträge auf deiner Not-To-Do-Liste aussehen?

Schreib jeden Eintrag so konkret, dass du ihn am Abend überprüfen kannst. Und notier dazu, warum du diese Entscheidung getroffen hast, damit du sie nicht bei der nächsten verlockenden Idee wieder über Bord wirfst.

Not ToDo Liste: Weniger Entscheidungen und produktiver arbeiten

Viele denken, das Problem ist eine zu lange Liste. Dabei ist das eigentliche Problem:

Du zweifelst an deinen eigenen Entscheidungen.

Du schreibst auf: „Ich mache kein neues Freebie.“ Und zwei Wochen später denkst du: „Ja, aber wäre das nicht doch gut? Vielleicht nur ein kleines?“ Und schon bist du wieder drin.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Die Lösung, die für mich funktioniert:

Schreib auf, warum du diese Entscheidung getroffen hast.

Nicht nur was du nicht machst, sondern weshalb. Das gibt der Entscheidung Substanz. Wenn du später zweifelst, liest du nicht nur die Regel, sondern die Begründung dahinter.

Und wenn der Gedanke trotzdem nicht loslässt, wenn du merkst, dass du eine Idee wirklich immer wieder hinterfragst: Setz dir eine Deadline. Nicht: „Ich beschäftige mich nie wieder damit.“ Sondern: „Ich schaue mir das beim nächsten Quartalsreview nochmal an.“

Es kann sogar helfen, wenn du dir in deinem Projektmanagement-Tool eine Aufgabe mit einem konkreten Datum anlegst. So gibst du dem Gedanken einen Ort und Zeit. Er muss nicht mehr ständig präsent sein, weil er irgendwo sicher abgelegt ist.

Das ist übrigens dasselbe Prinzip wie beim Zeigarnik-Effekt: Unerledigte Gedanken kreisen im Kopf, weil unser Gehirn sie als „offen“ markiert. Sobald du ihnen einen Platz gibst, lässt die Belastung nach. Genau das senkt deinen Business Mental Load: nicht mehr alles gleichzeitig im Kopf halten zu müssen.

Brauchst du wirklich eine separate Liste?

Du solltest deine Not-To-Do-Liste unbedingt aufschreiben und nicht nur im Kopf formulieren. Ein extra Tool brauchst du dafür aber nicht. Wichtig ist nur, dass deine Liste dort lebt, wo du sowieso arbeitest, und nicht über zig Orte verstreut ist.

Ich habe meine Not-to-do-Liste zum Beispiel in Asana, genau dort, wo auch meine Aufgaben liegen. Wenn ich in der Wochenplanung sitze, schaue ich kurz drauf. Und dann steht da schon ganz spezifisch, dass ich das nicht mache, oder dass ich es mir bewusst nochmal anschauen soll.

So bleibt das Prinzip im Alltag sichtbar, ohne dass ich ein weiteres Tool pflegen muss.

Ob du deine Not-To-Do-Liste das auf einem Post-it neben deinem Bildschirm hast, in deinem Projektmanagement-Tool oder in deiner Wochenplanung – das darfst du selbst entscheiden.

Wie hältst du Dich auch wirklich an deine Not-to-do-Liste?

Drei Dinge helfen: Sichtbarkeit, Spezifität und ein klein starten:

Sichtbarkeit. Was du nicht siehst, vergisst du. Wenn du mit einer physischen Liste arbeitest, hänge sie dort auf, wo du täglich hinschaust. Wenn du digital arbeitest, baue sie in deine bestehenden Tools ein.

Spezifität. Je konkreter dein Vorsatz ist, desto leichter ist er zu überprüfen. Nicht „weniger Social Media“, sondern „kein Instagram nach 18 Uhr“.

Klein anfangen. Nimm dir nicht zehn Dinge auf einmal vor. Fang mit drei an, oder sogar mit einem einzigen. Dem einen Ding, das dich am meisten ausbremst. Wenn du das eine Woche konsequent umsetzt, kannst du das nächste angehen.

Gerade bei der Arbeitsweise braucht eine neue Gewohnheit Zeit. In meinem Programm Projekt: Fokus! haben wir neulich genau darüber gesprochen: Eine Teilnehmerin kommt aus dem Agenturumfeld, wo es normal ist, ständig E-Mails zu checken. Jetzt, selbstständig, versucht sie, das E-Mail nur noch zweimal am Tag zu bearbeiten. Das klappt nicht von heute auf morgen, das spielt sich erst ein. Und genau deshalb: lieber mit einem Eintrag starten als mit zehn.

Und überprüfe am Abend kurz, ob du deine Einträge eingehalten hast. Nicht als Selbstkritik, sondern als kurzer Check-in. Hast du es an einem Tag nicht geschafft, ist das kein Scheitern. Es zeigt dir nur, wo es noch hakt.

Fazit

Eine Not-to-do-Liste schenkt dir nicht 10 Stunden pro Woche, aber sie macht etwas viel wertvolleres: Sie räumt deinen Kopf auf und hilft dir, dich zu sortieren. Was will ich wirklich? Was lenkt mich ab? Was nehme ich mir vor, nur weil es verlockend klingt, und nicht weil es mich meinen Zielen näherbringt?

Die Antworten auf diese Fragen ändern sich. Deshalb ist eine Not-to-do-Liste auch kein starres Dokument, sondern etwas, das du regelmäßig überprüfst und anpasst.

Es gibt jeden Tag neue shiny objects: Mach einen Minikurs, bau ein Quiz, sei auf dem nächsten Kanal. Das Wichtigste ist aber nicht, mehr davon zu machen, sondern Konsistenz und Fokus auf das, was dich wirklich voranbringt. Eine Not-to-do-Liste gibt dir die Erlaubnis, den Rest bewusst liegen zu lassen.

Wenn du herausfinden willst, wo du gerade stehst und was wirklich Priorität haben sollte, ist der Prioritäten-Kompass ein guter Startpunkt. Kostenlos, konkret, in unter 10 Minuten ausgefüllt.

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Was hat eigentlich Priorität?

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Häufige Fragen zur Not-to-do-Liste

Was gehört auf eine Not-to-do-Liste?

Alles, was dich regelmäßig von deinen Prioritäten ablenkt oder Energie kostet, ohne dich voranzubringen. Das können schlechte Arbeitsgewohnheiten sein, Multitasking zum Beispiel oder ständiges E-Mail-Checken, aber auch strategische Businessentscheidungen wie kein neues Angebot oder kein neuer Kanal.

Wie viele Einträge sollte eine Not-to-do-Liste haben?

Fang mit drei an. Mehr überfordert und führt dazu, dass du gar nichts davon umsetzt. Wenn die ersten drei zur Gewohnheit geworden sind, kannst du die Liste erweitern.

Was ist der Unterschied zwischen einer To-do-Liste und einer Not-to-do-Liste?

Eine To-do-Liste sammelt, was du tun willst. Eine Not-to-do-Liste hält fest, was du bewusst nicht tust, damit du Fokus und Energie für das Wesentliche behältst.

Muss ich eine Not-to-do-Liste täglich führen?

Nein. Die Einträge für die Arbeitsweise, legst du einmal fest bzw. wenn dir im Alltag etwas auffällt, was du ändern möchtest Ein kurzer Check jeden Abend, ob du dich daran gehalten hast, reicht. Die No-Gos was deine Businessentscheidungen betrifft, überprüfst du regelmäßig, zum Beispiel beim Quartalsreview.

Was tue ich, wenn ich meine Not-to-do-Liste ständig hinterfrage?

Schreib auf, warum du die Entscheidung getroffen hast. Und wenn ein Gedanke trotzdem nicht loslässt: Setz dir einen fixen Termin, wann du ihn wieder anschaust, und leg ihn bis dahin bewusst ab.

Brauche ich ein separates Tool dafür?

Nein. Das Prinzip zählt, nicht das Format. Du kannst die Not-to-do-Liste in deinem Projektmanagement-Tool führen, einen Zettel ausdrucken oder sie auf ein Post-It am Computer schreiben. Was hilft, ist richtig.

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