#BlogSuccessStory – Vera von Nicest Things im Interview

von | 28. Jan 2016 | Inspiration & Produktivität | 18 Kommentare

Es klingt wie im Märchen: du startest einen Blog und ein paar Jahre später hängst du deinen Job an den Nagel und lebst von deinem Hobby. Unmöglich? Absolut nicht! Es gibt viele BloggerInnen, die das schon geschafft haben. Und nicht etwa BloggerInnen in den USA, wo Bloggen schon mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Nein, auch bei uns in Österreich und Deutschland gibt es sehr erfolgreiche BloggerInnen! Damit ihr mir glaubt, dass das kein Mythos ist, starte ich heute die Reihe #BlogSuccessStory offiziell (ein paar Fragen habe ich euch hier schon beantwortet) mit Vera vom Blog Nicest Things.

Wie wird ein Blog so erfolgreich, dass man davon leben kann? - Ein Interview mit @Nicest_Things #BlogSuccessStory Klick um zu Tweeten

#BlogSuccessStory - Vera von Nicest ThingsÜber Vera & Nicest Things

Seit Februar 2011 bloggt Vera mehrmals pro Woche über die Themen Essen und Trinken, Wohnen und Design, Do It Yourself und Fotografie. Und das sehr erfolgreich: mehr als 70.000 Leser besuchen ihren Blog monatlich und mehr als 50.000 Follower hat sie auf ihren Social Media Kanälen und Bloglovin.

Die Liste der Kooperationspartner, mit denen sie bisher zusammen gearbeitet hat kann sich sehen lassen und Vera kann von sich behaupten, wovon anderen noch träumen: ihren Lebensunterhalt verdient sie durch und mit ihrem Blog.

Interview

Wie verdienst du mit deinem Blog Geld? Kannst du davon leben oder hast du noch einen anderen Job?

Ja, ich verdiene direkt und indirekt Geld mit meinem Blog. Die direkten Einnahmequellen setzen sich aus Sponsored Posts und Bannerwerbung zusammen. Indirekt verdiene ich über Aufträge, die sich zwar oft durch den Blog ergeben, aber ansonsten völlig unabhängig davon sind. Das sind meistens Foto- und Stylingjobs für Zeitschriften, Buchverlage oder Onlineshops, so dass ich inzwischen hauptsächlich als freie Fotografin und Stylistin für Food und Interior arbeite. Außerdem schreibe ich regelmäßig Kolumnen und Tutorials für Firmenblogs, entwickle Rezepte oder arbeite als Beraterin und Kuratorin. Insgesamt kann ich gut davon leben und habe keinen anderen Job.

Wie hast du gemerkt, dass es an der Zeit ist, deinen Blog professionell zu betreiben (und damit Geld zu verdienen)?

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem ich meinen Blog gegründet hatte, bekam ich eine Mail von einem Unternehmen: Ob es möglich sei, auf meinem Blog Bannerwerbung zu buchen? Bis dahin hatte ich den Blog als ganz persönliches Tagebuch zum kreativen Ausgleich geführt. Durch diese Mail wurde mir erstmals bewusst, dass man ja auch Geld mit einem Blog verdienen könnte.

fresh-drinks-coverWas war bisher der größte Erfolg, den du mit oder durch deinen Blog gefeiert hast?

Das ist noch gar nicht so lange her. Im November 2015 habe ich erstmals Foodstyling und -fotografie für ein komplettes Buch übernommen. In zwei Wochen fast 190 Säfte, Smoothies und Drinks zu stylen und zu fotografieren, war durchaus eine Herausforderung, aber ich hatte riesigen Spaß dabei. (Anm.: „fresh“ ist übrigens am 20. Januar 2016 im Neuer Umschau Buchverlag erschienen, klick hier für mehr Infos)

Was sind für dich die größten Herausforderungen beim Bloggen?

Die größte Herausforderung ist für mich, mich immer wieder selbst zu disziplinieren. Wenn man selbständig von zu Hause aus arbeitet, ist die Versuchung groß, unangenehme Aufgaben immer weiter zu verschieben, seine Zeit bei Facebook zu vertrödeln oder die Mittagspause einfach mal um ein paar Stunden auszudehnen. Es ist ja zunächst kein Chef da, der schimpft. Aber von nichts kommt natürlich nichts. Deswegen versuche ich, meine eigene Chefin zu sein und mich ganz gezielt zu strukturieren. Notfalls mit heißer Schokolade als Belohnung.

Außerdem finde ich es schwierig, sich als Kreativblogger nicht von der schier unüberschaubaren Masse an anderen Bloggern und Ideen da draußen entmutigen und auffressen zu lassen. Scrollt man durch Pinterest, beschleicht einen schnell das Gefühl, dass doch alles so oder besser schon einmal dagewesen ist. Das kann demotivieren. Seinem eigenen Stil treu zu bleiben und nicht zu verkrampfen, im Bestreben, das Rad 2.0 neu und in Farbe zu erfinden, ist zur Zeit wohl eine der größten Challenges für Blogger.

Was sind deine nächsten Ziele (mit deinem Blog)?

Es mag seltsam klingen, aber ich setze mir keine Ziele. Bisher habe ich stets darauf vertraut, dass sich die richtigen Türen zur richtigen Zeit ganz von allein öffnen und so war es auch. Die besten Gelegenheiten haben sich immer ungeplant ergeben. Man muss sie nur erkennen und richtig darauf reagieren. Ich sollte allerdings endlich mal all meine Steuerbelege ordentlich einscannen, abheften und archivieren.

Gibt es einen Trick, ein Tool, eine Strategie von denen du sagst, sie sind für den Erfolg deines Blogs verantwortlich?

Ich versuche, eine relativ solide Suchmaschinenoptimierung zu betreiben. Dazu gehören zum Beispiel schlagkräftige Überschriften, eine vernünftige Benennung der Bilder, alt-Tags, description-Tags oder der bewusste Umgang mit Keywords. So bringt man immerhin schon mal neue Leser via Google auf seine Seite. Fast noch wichtiger, als Leser anzulocken, ist aber, sie auch zu halten. Das funktioniert meiner Erfahrung nach vor allem über Persönlichkeit, Ecken und Kanten sowie einen unverwechselbaren Schreibstil – was durchaus mal im Konflikt mit einer SEO-freundlichen Schreibe stehen kann. Da den Spagat zu schaffen, scheint mir ein wichtiger Erfolgsfaktor für einen Blog zu sein.

 

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