Die ultimative Sponsored Post Formel – oder: Wieviel soll ich für einen bezahlten Blogartikel verlangen?

von | 4. Feb 2016 | Strategie & Business | 53 Kommentare

Hast du dich schon einmal gefragt, wie viel du für einen bezahlten Blogartikel verlangen sollst? Hier versuche ich die ultimative Sponsored Post Formel herauszufinden!

Wenn es ums Geld verdienen beim Bloggen geht, geht es eigentlich immer um die gleiche Frage: wie viel Geld kann ich für einen Sponsored Post verlangen? Vor einiger Zeit habe ich schon einmal Preisvorschläge für eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie du mit deinem Blog Geld verdienen kannst geschrieben.

Es ist aber nun mal so, dass viele Blogger Kooperationen mit Unternehmen eingehen und Sponsored Posts schreiben wollen. Die schlechte Nachricht: Eine eindeutige Aussage, wie viel du verlangen kannst, gibt es nicht. Die gute Nachricht: es gibt jede Menge Berechnungsversuche. Ich rechne die heute durch und versuche eine eigene Formel aufzustellen!

Formeln für Sponsored Posts am Prüfstand: wie viel kannst du für Blogartikel wirklich verlangen? Klick um zu Tweeten

Der Mindestpreis

Ganz zu Beginn ist mir eines sehr wichtig: Bei einem Sponsored Posts geht es deinem Auftraggeber (leider) nicht immer um die kreative Leistungen. Oft reicht dem Kooperationspartner schon die Platzierung eines Links. Es geht also oft „nur“ um SEO (Suchmaschinenoptimierung)… Egal, wie viel oder wenig Aufwand du mit der Erstellung eines Artikels hast: allein dieser SEO-Dienst ist Geld wert und du solltest keinen Artikel unter 100€ verkaufen!

Auch SEO kostet - deshalb solltest du keinen Sponsored Post unter 100€ verkaufen! Klick um zu Tweeten

Preis-Modelle

Beim Geld verdienen mit Bloggen ist es wie mit jedem anderen Freelancing-Business auch: du hast nicht nur Einnahmen, sondern auch Kosten (Steuern, Versicherung, …). Deshalb musst du dir überlegen, wie viel du einnehmen musst, damit sich das bezahlte Bloggen für dich „auszahlt“. Das ist allerdings eine ganz andere Geschichte, die von Land zu Land unterschiedlich ist. Nähere Infos dazu bekommst du z.B. bei der Wirtschaftskammer. Aber abgesehen davon müssen auch die Kosten für Hosting, Domain, technische Hilfe oder Weiterbildung, … irgendwie bezahlt werden!

Wenn du also mit Unternehmen zusammen arbeitest, gibt es im Prinzip 2 Preismodelle: der Stundensatz oder die Pauschale.

Stundensatz

Der Stundensatz ist die Grundlage für deine Arbeit, mit der du auch Pauschalen berechnen kannst (später mehr). Wenn du deinen Blog nebenberuflich betreibst, ist eine komplizierte Berechnung (wie diese hier) oft nicht notwendig bzw. machbar.

Die zweite Möglichkeit bei der Bestimmung des Stundensatzes ist, sich an Kollegen zu orientieren. Ich weiß, bei Bloggern ist das nicht so einfach – vor allem, weil „Blogger“ (noch immer) ein recht ungewöhnlicher Beruf ist. Sandra hebt in einem Artikel hervor, dass du als Blogger nicht nur Texter bist, sondern zumindest auch Fotograf, und empfiehlt in einem Artikel einen Stundensatz von 60 Euro.

Pauschalpreis

Bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen wird oft ein Pauschalpreis verlangt. Das heißt, du machst deinem Kooperationspartner im Vorhinein ein Angebot, wie viel du für einen Artikel verlangst. Oft basiert diese Berechnung auf dem Stundensatz. Folgendes solltest du bei der Erstellung der Pauschale aber auch berücksichtigen:

  • Deine Follower-Zahlen
  • Deinen Materialaufwand
  • Die Rechte, die du vergibst (z.B.: dürfen deine Bilder vom Kooperationspartner auf Social Media Kanälen/in Printwerbungen/… verwendet werden?)
  • und (wie schon erwähnt) dein Zeitaufwand

Nicht jeder Blogartikel ist gleich aufwändig. Ein Blogartikel mit Rezept & Food Sytling dauert wahrscheinlich länger als ein Outfit-Post. Dementsprechend sollte die Pauschale für einen Rezept-Post auch höher sein!

Follower, Material- und Zeitaufwand sollten in deiner Sponsored Post Pauschale berücksichtigt werden! Klick um zu Tweeten

Preisformeln am Prüfstand + Rechenbeispiel

Wie berechnet man jetzt aber einen Pauschalpreis, damit alle oben erwähnten Punkte inkludiert sind? Ich habe im Netz nach Vorschägen gesucht und ein paar gefunden. Um diese Preisformeln zu testen, verwende ich einen Beispiel-Blog mit folgender Statistik:

Blog-Beispiel-Statistik

Monats-Statistik des Beispiel-Blogs, der für die Berechnungen verwendet wird

Anhand dieser Statistik möchte ich testen, wie groß die Unterschiede der Berechnungsarten sind und welche realistisch sind.

Hinweis: wenn in den Formeln die Währung USD verwendet wird, habe ich sie einfach 1:1 „umgerechnet“ (aus Faulheit, ich geb’s zu….). Bei anderen Währungen steht die Umrechnung im Text.

Die Stundensatz-Formel

Ganz zu Beginn benutze ich die Stundensatz-Formel von Sandra, allerdings mit einem etwas geringeren Stundensatz.

Für einen Blogartikel auf meinem Beispiel-Blog brauche ich inklusive Fotos, Text und Vorbereitungen ca. 5 Stunden. Angenommen ich verwende einen Stundensatz von 45 Euro, liegt mein Preis bei 225€. Das runde ich auf 250€ auf, weil ich administrative Aufwände (Rechnung schreiben, Reporting schicken, …) damit noch nicht abgegolten habe.

Die Pageview-Formel

Blair von The Fox & She nutzt für ihre Berechnung von Preisen ihrer Sponsored Posts diese relativ einfache Formel:

Pageviews / 10.000 * 100€ = Sponsored Post Preis

Bei meinem Beispiel-Blog habe ich also folgende Rechnung:

65.245 / 10.000 * 100€ = 652,45€

Somit wäre der empfohlene Preis für einen Sponsored Post ca. 650 Euro. Ein netter Preis, den mir aber vermutlich kaum ein Unternehmen zahlen wird… (leider)

Die Secret-Bloggers-Business Formel

Achtung, jetzt wird es kompliziert! Aber auch genau: Kate von Secret Bloggers Business arbeitet auch mit Stundensätzen, allerdings mit zwei verschiedenen. Sie hat einen fürs Schreiben des Blogartikels und einen für Expertenleistungen (z.B. Fotografieren, Food Styling, …). Außerdem rechnet sie auch die Anzahl der Social Media Shares, Kommentare und Page Views ein. Hier könnt ihr mittels Formular auf dieser Website euren Preis berechnen. Hier ist ein Screenshot meiner Berechnung:

Secret-Bloggers-Business

Das Ergebnis mit dieser Formel sind 2.705 AUD, umgerechnet ca. 1.740 Euro. Das wäre sicher ein schönes Einkommen, aber wohl eher nicht praxistauglich…

Die Excel-Formel

Bei Food Bloggers Central kannst du dir ein Excel-Sheet runterladen, in dem du folgende Infos eingibst:

  • Minimum Preis, für den du bereit bist zu arbeiten
  • Arbeitsstunden + Aufschlag für Follower (in Prozent)
  • Anzahl der Page Views

Bei mir sieht das folgendermaßen aus:

Food-Bloggers-Central

Spannend finde ich den Punkt „Premium to be on your blog & social media“, bei dem du einen Prozentsatz für deinen Influencer-Wert festlegen kannst, den du auf deine Blogartikel aufschlägst. Leider gibt es dazu keine Vorschläge, ich habe hier 20% verwendet.

Mit dieser Methode kann ich also rund 350€ für einen Sponsored Post verlangen.

Die Twitter – Formel

Bei Babbel wird eine Formel verwendet, in der sowohl Page Views, der Page Rank und die Anzahl der Twitter Follower eingebunden werden:

Anzahl Page Views + Twitter Follower / Page Rank x 0,01€ / 2

bei meinem Beispiel-Blog wäre das:

65.245 + 500 (geschätzt) / 3 x 0,01€ / 2 = 109,50€

Das Problem: wir alle wissen noch aus dem Mathematikunterricht die Regel „Punkt vor Strich“, deshalb wären Klammern bei dieser Rechnung ganz nett gewesen…

Außerdem gibt es ein weiteres Problem: wenn der Page Rank höher wird, wird das Ergebnis kleiner!? Noch dazu kommt, dass es den Page Rank eigentlich gar nicht mehr gibt… aber dazu etwas später mehr.

Ich lasse diese Formel vollständigkeitshalber in diesem Blogartikel, empfehle aber diese Formel nicht zu verwenden.

Die Unique Visitors – Skala

Kristie von Blog Ambitious nutzt folgende Skala als Richtwert:

  • € 50 – ca. 5,000 Unique Visitors / Monat
  • € 100 – ca. 10,000 Unique Visitors / Monat
  • € 250 – ca. 20,000 Unique Visitors / Monat
  • € 500 und mehr – 50,000 oder mehr Unique Visitors / Monat

Bei meinem Beispiel-Blog mit 7.698 Unique Visitors könnte ich also rund 75€ verlangen. Ein ganz schön großer Unterschied im Vergleich zu den bisherigen Methoden…

Die Page Rank – Skala

Bei Successful Blogging werden nicht nur die Unique Visits herangezogen, sondern auch der Page Rank. Das Problem: Seit 2013 gibt es den Page Rank offiziell nicht mehr und wird auch nicht aktualisiert. Diese Methode funktioniert also nur für ältere Blogs…

Mein Beispiel-Blog gehört zu den älteren und hat einen Page Rank von 3. Somit könnte ich ca. 250€ verlangen.

Die Domain Authority – Skala

Statt des Page Ranks kannst du jetzt z.B. hier die Domain Authority deines Blogs berechnen. Bei Coco Chic Blog findest du eine Tabelle, mit der du dir deinen Preis herleiten kannst:

Tabelle von CoCoChicBlog

Tabelle von CoCoChicBlog

In meinem Fall habe ich eine Page Authority von 29 und kann somit ca. 250 Pfund, also ca. 330€ verlangen.

 

Fazit

Je länger man sucht, desto mehr Berechnungsarten findet man. Ergebnisse für meinen Beispiel-Blog in aufsteigender Reihenfolge:

  • Unique Visitors Skala: 75€
  • Twitter Formel: 110€
  • Page Rank Skala: 250€
  • Stundensatz Formel: 250€
  • Domain Authority Skala: 330€
  • Excel Formel: 350€
  • Pageview Formel: 650€
  • Detaillierte Formel: 1.740€

Eigentlich unglaublich, der Unterschied von mehr als 1.600 zwischen dem niedrigsten und höchsten Preis, oder!? Die meisten Formeln ergeben einen Preis zwischen 250 und 350€ – ein Wert, den ich durchaus realistisch finde.

Meine „Blog Your Thing“ – Formel

Mein Favorit ist die gute alte Stundensatz-Formel: sobald du ein paar mal aufgeschrieben hast, wie lange du für einen Blogartikel brauchst (z.B. mit einem Time Tracking Tool wie Toggl), kannst du deine Aufwände im Normalfall ganz gut schätzen. Das Problem: die Materialkosten und deine Follower werden nicht mit gerechnet…

Mir gefällt die Idee von Food Bloggers Central, einen bestimmten Prozentsatz für deine Follower aufzurechnen. Deshalb habe ich meine eigene kleine Formel erstellt.

Aufwand in Stunden x Stundensatz x Follower-Wert (siehe Liste unten) + Materialaufwand = Pauschalpreis

Als Stundensatz würde ich wie schon oben geschrieben mindestens 35€ verwenden, bis hin zu 60€. Angenommen, ich brauche 5 Stunden und habe einen Materialaufwand von 20 €, würde meine Formel so aussehen:

5 x 45 € x 1,2 + 20 € = 290 €

Hier ist mein Vorschlag (angelehnt an die oben erwähnten Skalen), welchen Follower-Wert du aufschlagen könntest:

  • 10% – ca. 5,000 Unique Visitors / Monat –> Follower-Wert: 1,1
  • 20% – ca. 10,000 Unique Visitors / Monat –>Follower-Wert: x 1,2
  • 25% – ca. 20,000 Unique Visitors / Monat –>Follower-Wert: x 1,25
  • 30% oder mehr – 50,000 oder mehr Unique Visitors / Monat –>Follower-Wert: x 1,3

Ich gebe zu, auch das ist nur eine weitere Formel, die ich mir überlegt und noch nicht ausführlich getestet habe. Aber vielleicht hast du ja Lust, mit dieser Formel deinen Pauschalpreis auszurechnen und einen Kommentar zu hinterlassen, wie viel du verlangen könntest und ob du es realistisch findest?

Wie viel verlangst du für einen Sponsored Post? Benutzt du eine Formel oder dein Bauchgefühl?

 

Hast du dich schon einmal gefragt, wie viel du für einen bezahlten Blogartikel verlangen sollst? Hier versuche ich die ultimative Sponsored Post Formel herauszufinden!

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