Blog oder Social Media – was ist das Richtige für dein Business?

von | 20. Apr 2017 | Strategie & Business | 5 Kommentare

Kommentare verlagern sich immer mehr auf Social Media Kanäle - braucht man da überhaupt noch einen Blog? Ja! Warum, erkläre ich dir in diesem Beitrag. Klick hier um den Artikel zu lesen oder pinne ihn für später!

„Die Kommentare auf Blogs werden doch immer weniger und alles verlagert sich immer mehr auf Social Media. Lohnt sich da ein Blog überhaupt noch?“

Das ist eine Frage, die in letzter Zeit immer öfter gestellt wird. Nicht nur mir, sondern auch anderen Experten, die sich mit Blogs und Bloggen auseinandersetzen. Dabei ist der Versuch, einen Blog mit Social Media-Kanälen zu vergleichen, wie der Versuch Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Spoiler: ja, ein Blog lohnt sich noch immer. In diesem Artikel erkläre ich, warum.

Der Versuch einen Blog mit Social Media zu vergleichen ist, wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen! Klick um zu Tweeten

Worin unterscheiden sich ein Blog und Social Media?

Social Media und Blogs werden oft in einen Topf geworfen, dabei handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Medien. Okay, beides findet im World Wide Web statt und über beides kann man Inhalte teilen – aber es gibt doch große Unterschiede. Diese betreffen vor allem folgende Punkte:

  • Aufmerksamkeit der Zielgruppe
  • Freiheiten, Datenhoheit & Branding
  • Art & Aufbereitung der Texte
  • Kosten & technischer Wartungsaufwand

Wie sich diese Punkt unterscheiden und was darunter zu verstehen ist, erkläre ich für die beiden Medien hier im Detail:

Social Media

  • Die Spielregeln macht jemand anderer: jedes Social Network hat einen Newsfeed, der mehr oder weniger reguliert wird und nicht alle Inhalte, die du veröffentlichst, an alle User ausspielt. Du musst dich an die Spielregeln und Vorlieben des Netzwerks halten, damit du die größtmögliche Aufmerksamkeit bekommst. Das Problem: diese Spielregeln können sich ändern (und tun es auch regelmäßig) und wenn du dich nicht daran hältst, dann kann es sogar so weit kommen, dass im schlimmsten Fall dein Account gesperrt wird.
  • kurzlebig: Ein Posting, das du heute veröffentlichst, ist ein paar Tage später oft schon wieder vergessen. Das heißt, du steckst viel Arbeit und Mühe in deine Postings (klar, schlechten Content will niemand sehen), die nur wenige Stunden Aufmerksamkeit bekommen.
  • auf kurze (nicht werbliche) Nachrichten ausgelegt: Lange Texte sind auf Social Networks kaum zu sehen, weil sie oft nicht gelesen werden. Auf Twitter gibt es von Vornherein eine Beschränkung auf 140 Zeichen. Die ideale Länge für Facebook Postings liegt laut t3n liegt sogar bei nur 100 bis 119 Zeichen. Kaum der richtige Platz, um Vertrauen oder Beziehungen zu seiner Zielgruppe aufzubauen… Anders sieht das bei Blogs aus, wo längere Blogartikel oft mehr Reichweite bekommen.

    Auf Facebook und Twitter performen mittellange Posts am besten. (Grafik: BlitzLocal)

  • billig (Keine Hosting- und Wartungskosten): Facebook ist kostenlos. Jeder kann sich registrieren und sofort loslegen. Auch wenn böse Zungen behaupten, eine angemessene Reichweite bekommt man nur, wenn man in Anzeigen investiert, ist das nicht zwingend nötig. Bei Blogs sieht das anders aus: Zu Beginn muss in die technische Einrichtung eines Blogs investiert werden. Auch wenn man das selbst kann, sind laufend Hosting- und Domaingebühren zu zahlen.
  • (vergleichsweise) geringer Zeitaufwand: Wenn man die Content-Planung systematisch angeht (einen monatlichen Redaktionsplan erstellt, Postings im Vorhinein einplant, usw.), dann benötigt man „nur“ noch Zeit für das Community Management. Beim Blog ist das meist anders: das Erstellen eines Blogartikels ist aufwändiger, weil neben dem Verfassen oft auch recherchiert werden muss. Ganz zu schweigen von der SEO-Optimierung!
  • keine zusätzliche Promotion-Arbeit nötig: Ein großer Teil des Bloggens beginnt erst nach der Veröffentlichung eines Artikels: die Promotion, also das Verbreiten des Artikels, damit es die Zielgruppe auch liest. Das geschieht bei den anderen Netzwerken automatisch über Newsfeed, Stream, … (wenn auch immer mehr eingeschränkt).
  • Zielgruppengerecht ausliefern: vor allem das Social Network Facebook versteht es perfekt, Daten über seine eigenen Mitglieder zu sammeln. Auf keinem anderen Netzwerk kann man die User so zielgruppengerecht ansprechen und sogar einzelne Postings z.B. nur regional ausliefern.
  • Aufmerksamkeit der Zielgruppe: ist bei Social Media Kanälen eher gering – auf Facebook, Twitter & Co ist man einer unter vielen. Ein Posting wird immer nur isoliert gesehen, nie (oder selten) das ganze Angebot. Um auf ein Angebot hinzuweisen muss man es direkt darauf verlinken.

Beachtet man all diese Punkte, dann wird schnell klar: um seine Angebote zu kommunizieren, Vertrauen aufzubauen und eventuell sogar Kunden zu gewinnen eignen sich Social Media Kanäle nur bedingt. Aber sie sind perfekt für die Promotion der eigenen Angebote (oder Blogartikel) und um im Kopf der Leute zu bleiben und immer wieder auf sich aufmerksam zu machen.

Blog

  • Die Spielregeln machst du! Du kannst entscheiden worüber du bloggst und was die Leute als erstes sehen sollen, wenn sie auf deinen Blog kommen.
  • langlebig (Archiv): Blogbeiträge sind auch nach Jahren über Suchmaschinen auffindbar, was vor allem in Nischen praktisch ist und für regelmäßigen Traffic sorgt (Stichwort: Longtail Keywords). Außerdem können Blogartikel in Archiven und Kategorien abgelegt und sortiert werden. Bei Social Media Kanälen ist das oft nicht möglich (mit Ausnahme von Pinterest) und Postings sind oft schon nach wenigen Stunden Schnee von gestern.

    Longtail Keywords: Die Zahlen der Suchanfranfagen wird geringer, je genauer die Suche eingegrenzt wird - aber auch der Wettbewerb sinkt.

    Longtail Marketing eignet sich sehr gut für Blogs: Die Suchanfragen spezifischer Keywords wird zwar geringer – aber auch der Wettbewerb sinkt.

  • höhere Kosten & Wartungsaufwand: Einen Blog zu betreiben bedeutet nicht nur Texte schreiben. Auch die Plattform selbst muss gewartet werden – es stehen regelmäßige Updates usw. an. Und auch laufende Ausgaben z.B. für Domain und Webspace fallen an. Auch wenn sich die in der Regel in Grenzen halten, müssen sie bedacht werden.
  • Größere potenzielle Zielgruppe: Auch heute gibt es noch Leute, die (noch) nicht auf Facebook, Pinterest, Twitter & Co sind. Ein Blog ist in der Regel aber öffentlich, das heißt, es besteht die Chance eine größere potenzielle Zielgruppe zu erreichen.
  • Datenhoheit: Wenn du in den Facebook Nutzungsbedingungen nachliest, musst du feststellen, dass Rechte für Bilder oder Texte, die auf Facebook gepostet werden, an Facebook abgegeben werden. Das ist nicht nur bei eigenem Content ärgerlich, sondern kann bei fremden Inhalten, die man teilen möchte (weil sie z.B. für die eigene Zielgruppe relevant sind) sogar zu rechtlichen Problemen führen.
    Anders ist das bei Inhalten, die auf dem eigenen Blog gepostet werden: hier musst du keine Rechte an andere abgeben (aber natürlich trotzdem das Urheberrecht fremder Inhalte beachten).
  • Branding: Bei den meisten Social Media Kanälen gibt es zwar die Möglichkeit, mit Profil- und Titelbild bzw. gebrandeten Grafiken das Branding des eigenen Unternehmens einzubauen. Sonst ist man allerdings relativ stark eingeschränkt: der Aufbau der Profile ist immer gleich.
    Blogs können viel besser an das eigene Corporate Design angepasst werden und gerade für Kreative und Coaches bedeutet das, dass sie ihre eigene Persönlichkeit viel besser einbringen können. Außerdem erhöht das den Wiedererkennungswert!
  • Struktur der Texte: In Social Networks gilt die Devise „je kürzer, desto besser“. Auf Blogs kann man hingegen in die Tiefe gehen und ausführlichere Erklärungen schreiben. Das bietet sich für viele Textarten (wie z.B. Rezepte oder Ausführungen zu Studien) an bzw. ist auch notwendig.
  • Aufmerksamkeit der Zielgruppe: wenn du es geschafft hast, deinen Leser auf deinen Blog zu bekommen, dann betreibst du schon Kundenbindung, baust Vertrauen auf und lässt den Leser an deinem Know How teilhaben. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, einen User vom Leser zum Follower zu machen, recht groß, z.B. über die Möglichkeit der Newsletter-Anmeldung, die auf deinem Blog wahrscheinlicher ist als über ein Social Media Netzwerk.

Anders als bei Social Media Kanälen musst du deine Blogartikel selbst unter die Leute bringen. Hast du es aber geschafft, einen User aus deiner Zielgruppe auf deinen Blog zu bekommen, hast du die ungeteilte Aufmerksamkeit und kannst mit Hilfe hochwertiger Artikel Vertrauen schaffen, eine Beziehung aufbauen und so neue Kunden gewinnen.

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Das Fazit

Social Media und Blogs – beide haben Vor- und Nachteile. Wo du als Unternehmer deinen Schwerpunkt setzt, kommt also ganz auf deine Ziele an: möchtest du kurzfristige Aufmerksamkeit? Möchtest du mit deinen Lesern öfter aber kürzer in Kontakt treten? Schreibst du gerne lange Texte oder ist dir das Schreiben von Texten sowieso ein Dorn im Auge? Suchst du etwas, um neue Kunden zu generieren und Vertrauen aufzubauen?

Die beste Lösung liegt in meinen Augen in einer Kombination von beidem: Den Blog für qualitativ hochwertige Inhalte zu nutzen, der die Kundenbindung verstärkt und den Beziehungsaufbau vorantreibt. Social Media hingegen können verwendet werden, um diese Inhalte unter die Leute zu bringen bzw. um sichtbar zu werden. Deshalb zeige ich meinen Coaching-Kunden nicht nur, wie sie einen erfolgreichen Blog aufbauen, sondern erarbeite mit ihnen auch die richtige Social Media Strategie!

Social Media ist toll um auf dich aufmerksam zu machen - Kundenbindung passiert aber am Blog! Klick um zu Tweeten

Und an dieser Stelle möchte ich auch noch einmal meine Kollegin Daniela Sprung zitieren, die es so treffend ausgedrückt hat, dass ich eigentlich nichts mehr hinzufügen muss:

„Das Blog sollte der Dreh- und Angelpunkt deiner Kommunikation sein, um deine Inhalte in den für dich relevanten Netzwerken zu posten. (…) Das Ziel (Anm.: von Social Media) ist nicht, den eigenen Content nach außen zu pushen, sondern die Konsumenten deiner Inhalte auf deine eigene Plattform zu bekommen, um sie hier als Besucher zu binden.“

 

Worauf setzt du: Social Media, deinen Blog oder eine Kombination aus beidem?

 

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