#BlogSuccessStory mit Stef von magnoliaelectric

von | 7. Apr 2016 | Inspiration & Produktivität | 3 Kommentare

Erfolgreich bloggen kann man nur, wenn man es hauptberuflich macht? Irrtum! Das beweist Stef vom Blog magnoliaelectric, die ich heute für meine #BlogSuccessStory interviewen durfte. Sie erzählt, wie sie es schafft, Blog und ihren Beruf unter einen Hut zu bekommen, was sie in der Kooperation mit Unternehmen bisher gelernt hat und warum sie nicht jeden Trend mit macht.

Wenn man seinen eigenen Stil gefunden hat, kann nur Gutes daraus entstehen. - Stef im #BlogSuccessStory Interview Klick um zu Tweeten

Stef vom Blog magnoliaelectric im InterviewÜber Stef & magnoliaelectric

Seit 2010 zeigt Stef auf ihrem Blog magnoliaelectric die „zuckersüßen Seiten ihres Lebens“, wie man auf ihrer About-Seite nachlesen kann. Und das mit Erfolg!

Was als Plattform begonnen hat, auf der sie besondere Momente festhalten wollte und um an der Fotografie dran zu bleiben, ist mittlerweile vielleicht einer der erfolgreichsten österreichischen Blogs und Vorbild für viele andere BloggerInnen. Nicht nur, was die Qualität ihrer Blogartikel betrifft, sondern auch, weil ihr Blog noch immer das ist, als was er angefangen hat: ein Hobby.

Und genau das macht ihren Blog so sypmathisch: sie nimmt ihre Leser mit in ihre Welt und bloggt über das, was sie gerade beschäftigt. Ausführliche Travel Guides, leckere Rezepte und DiY-Projekte sind nur ein paar der Themen, die man auf magnoliaelectric findet. Mittlerweile hat Stef auch 2 Online Kurse geschrieben, aber dazu später mehr.

Interview

Verdienst du momentan mit deinem Blog Geld? Wenn ja: wie/womit genau? Und kannst du davon leben oder hast du noch einen anderen Job?

Seit etwa drei Jahren verdiene ich mit magnoliaelectric auch Geld, ja. Während meines Studiums hat mir dieser Verdienst unter die Arme gegriffen und ermöglichte mir auch das Reisen und somit neue Inhalte für den Blog zu kreieren. Einnahmen generiere ich derzeit durch Advertorials (Sponsored Posts) und Produktverkäufe (E-Courses). Leben könnte ich derzeit nicht davon, vor allem auch deswegen, da ich noch einen „Hauptberuf“ habe – ich unterrichte an einem Gymnasium in Wien – und mir somit auch die Zeit für häufigeres Posten und Kooperieren fehlt.

Wie hast du gemerkt, dass es an der Zeit ist, Kooperationsanfragen anzunehmen?

Irgendwann bekam ich die ersten Anfragen von kleinen Handmadelabels, ob es möglich sei, auf meinem Blog für ihren Shop zu werben. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass man mit dem Bloggen auch etwas verdienen kann. Nachdem ich dadurch mit vielen tollen Personen ins Gespräch kam, entschloss ich mich, dieses Konzept auszuprobieren und auf meinem damaligen „Ad-Free“-Blog auch Werbungen zu schalten. Damals schrieb ich auch einen „Aufklärungspost“ für meine LeserInnen, dass ich ab und zu werbehaltige Posts schreiben werde – das kam sehr gut an und viele LeserInnen stießen dadurch auf tolle Labels.

 

Nach welchen Kriterien wählst du deine Kooperationspartner aus?

Mittlerweile ist es so, dass nicht nur kleine Labels werben wollen, sondern auch PR-Agenturen mit großen Firmennamen dahinter. Aufgrund dieses weiteren Schrittes habe ich mir sehr lange den Kopf darüber zerbrochen, wie ich damit umgehen möchte. Ich blieb aber bei meinem alten Konzept und sage nur Anfragen zu, hinter denen ich absolut stehe – Produkte, die neu und spannend klingen, Dinge, die ich auch selbst kaufe und gut finde. Weiters ist mir wichtig, dass die Zusammenarbeit mit den PartnerInnen stimmt. Mit den Handmadelabels ist das oft sehr viel persönlicher, man plaudert und tauscht sich aus. Mittlerweile habe ich aber bei einigen Agenturen tolle AnsprechpartnerInnen gefunden, bei denen ich weiß, dass unsere Arbeit zusammen harmoniert.

Schreibst du hin und wieder auch Unternehmen an und fragst nach einer Kooperation, oder sind es immer die Unternehmen, die dich angeschrieben haben?

Als mich die ersten Handmadelabels anschrieben, durchstöberte ich einige Dawandashops und schrieb auch diese an. So kam ich immer wieder mit neuen Leuten ins Gespräch und dadurch ergaben sich oft tolle Kooperationen.
Mittlerweile habe ich einige Aufträge im Reisebereich gewonnen, auf die ich mich in diesem Jahr sehr freue. Einige Agenturen habe ich selbst angeschrieben, weil sie in mein geplantes Konzept passen. Gelernt habe ich daraus, dass viele Agenturen eine professionelle Anfrage schätzen. Wichtig ist hier vor allem ein aussagekräftiges Mediakit und ein Konzept, das man sich bereits überlegt hat.

Gelernt habe ich, dass viele Agenturen eine professionelle Anfrage schätzen. - Stef im #BlogSuccessStory Interview Klick um zu Tweeten

Was war bisher der größte Erfolg, den du mit oder durch deinen Blog gefeiert hast?

Bloggen war und ist für mich immer eines (geblieben) – der tolle Austausch mit anderen. Erfolge zu messen finde ich immer schwierig, denn was heißt das schon? Kleinigkeiten, wie Briefe oder Karten von LeserInnen, die sich bei mir für bestimmte Posts bedankten, geben mir unheimlich viel. Wenn man in großen Schritten denkt, dann ist das bislang sicher auch die Reise nach Amsterdam gewesen – dort verbrachte ich ein Wochenende, um den Style der Stadt zu fotografieren. Sehr toll fand ich auch die Möglichkeit, auf diversen Bloggerworkshops als Speakerin zu fungieren.

Erfolge zu messen finde ich immer schwierig, denn was heißt das schon? - Stef im #BlogSuccessStory Interview Klick um zu Tweeten

Erwähnen möchte ich auch noch meine bisherigen E-Courses blogwhatyoulove und Fokus-Fotografieecourse. In diese beiden Herzensprojekte flossen Stunden über Stunden an Arbeit und beide kamen im Endeffekt sehr gut an – die Rückmeldungen motivierten sehr!

 

Du betreibst deinen Blog neben dem Beruf – wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Die Frage der Fragen! Ich denke, dass ich es gerade deshalb recht gut schaffe, da vieles Hand in Hand geht. Mein Blog spiegelt mein Leben ein bisschen wider – verreise ich, blogge ich darüber. Dann nehme ich mir eben einen Nachmittag Zeit, und schreibe einen informativen Travelguide zusammen, andere legen vielleicht die Beine vor dem Fernseher hoch. Den Blog sehe ich als mein größtes und schönstes Hobby an – andere gehen zweimal die Woche Tennis spielen, ich blogge eben. Das Gute daran ist: Habe ich stressige Arbeitsphasen (Schularbeiten, Schulende, etc..), dann blogge ich eben weniger. Die Balance zu finden, dauert vielleicht ein wenig, aber irgendwann bekommt man ein gutes Gefühl für Zeitmanagement.

Die Balance zu finden, dauert (...), aber irgendwann bekommt man ein gutes Gefühl für Zeitmanagement. - Stef Klick um zu Tweeten

Hast du mal darüber nachgedacht, deinen eigentlichen Beruf aufzugeben und nur noch zu bloggen?

Ja und nein. Ich liebe das Unterrichten und würde es zum derzeitigen Stand nicht aufgeben wollen. Würde ich irgendwann zu wenige oder keine Stunden bekommen, wäre das aber bestimmt eine Option für mich. Gerade jetzt schaffe ich es, beides auszuüben, was mir immens Freude bereitet.

 

Was sind für dich die größten Herausforderungen beim Bloggen?

Mittlerweile das Bearbeiten von Fotos. In den letzten Jahren wurde die Zeit für das Fotografieren immer geringer, sodass ich phasenweise sogar die Lust daran verloren habe. Dann auch noch die Fotos zu bearbeiten – früher saß ich stundenlang daran! – ist für mich eine kleine Hürde, die ich wieder überwinden muss. Dass man regelmäßig bloggen sollte, wird immer anders definiert. Ein- bis zweimal pro Woche schaffe ich etwa und das finde ich sehr in Ordnung – immerhin ist der Blog nicht meine Haupteinnahme / mein Hauptberuf.

Langsam fühle ich mich auch ein wenig aus vielem herausgewachsen. Sachen wie Snapchat interessieren mich nur wenig, da investiere ich lieber die Zeit für etwas anderes. Sehr schade finde ich, dass auch die Interaktion in den Kommentaren deutlich zurückgeht, das lässt sich in den letzten zwei Jahren stark beobachten – alles soll schnell gehen, deshalb wachsen auch Socialmediakanäle wie Instagram und co so rasant.

Was sind deine nächsten Ziele (mit deinem Blog)?

Im Sommer möchte ich meinen dritten Ecourse veröffentlichen, auf das freue ich mich bereits sehr und bin gespannt, wie er ankommen wird. Weiters möchte ich mich einfach nur auf das Kreieren von tollen Posts konzentrieren, mehr DIYs und Rezepte wieder einbringen und die Travelguides weiter ausbauen.

 

Gibt es Tricks, Tools, Strategien von denen du sagst, sie sind für den Erfolg deines Blogs verantwortlich?

Mein Ecourse heißt „blog what you love“ aus genau einem Grund – nicht den Trends hinterherzujagen, jedoch offen für Neues sein. Aber stets im Kopf zu haben, dass das wichtig ist, was man liebt, einem gut tut, man gerne teilen möchte. Wenn man seinen eigenen Stil gefunden hat, sei es das Layout, der Text oder die Fotos, dann kann nur Gutes daraus entstehen. Es klingt so einfach, ist aber doch recht schwer, denn es benötigt Zeit und Geduld, man wächst auch selbst in den Jahren, in denen man bloggt / bloggen wird. Wenn der Blog mit der eigenen Persönlichkeit mitgeht, werden die LeserInnen das merken und ich denke auch schätzen.

Wenn der Blog mit der eigenen Persönlichkeit mitgeht, werden die LeserInnen das merken und schätzen. - Stef Klick um zu Tweeten

Auch die Zusammenarbeit mit anderen BloggerInnen hilft nicht nur, mehr aus dem Blog zu machen, sondern bringt einen auch persönlich sehr viel weiter.