So bekommst du endlich mehr Kommentare am Blog

von | 30. Jul 2020 | Blogging Basics | 31 Kommentare

Der Blogartikel ist geschrieben, nochmal Korrektur gelesen, veröffentlicht. Jetzt kann es losgehen – du bist bereit.

Aber statt Feedback und Begeisterung herrscht unter dem Artikel bei den Kommentaren gähnende Leere.

Ja, diese große fette 0 neben dem Wort „Kommentare“ kann ganz niederschmetternder sein…

Aber was kannst du tun, um (mehr) Kommentare am Blog zu bekommen?

Das fragen sich auch meine Blogothek-Mitglieder regelmäßig, die mich zu diesem Artikel inspiriert haben. In diesem Blogartikel findest du meine Tipps.

Kommentare auf dem Expertenblog – Ja oder Nein?

Bevor wir in die Vollen gehen, starten wir gleich mit einer Grundsatzfrage: Sollte ich überhaupt Kommentare auf meinem Blog zulassen?

Egal, um welche Art von Blog es sich handelt, meine Antwort ist IMMER, und zwar uneingeschränkt: Ja!

Ein Blog ist ein kommunikatives Medium. Du schreibst einen Artikel und stellst ihn ins Netz, um eine Rückmeldung zu bekommen. Das kann in Form von Social Media Shares sein, aber eben auch mit Kommentaren.

Deshalb sind Blog Kommentare wichtig

Kommentare hauchen dem Blog Leben ein

Was ist der Unterschied zwischen einem Blog und einem Presseportal? Ganz genau: der Austausch mit den Lesern! Wenn du deine Botschaft nur wie ein Marktschreier unter die Leute bringen möchtest, kannst du auf Kommentare gut verzichten. 

Wenn du aber eine Community aufbauen und deinen Lesern zuhören möchtest – und das ist das eigentliche Geheimnis vieler erfolgreicher Selbstständiger – solltest du deinen Blog nutzen, um ihr Raum zu geben.

Du bekommst Feedback direkt von deinen Lesern

Wenn du deiner Community Gesprächsraum bietest, erhältst du etwas unheimlich Wertvolles, nach dem sich viele (auch große) Unternehmen die Finger abschlecken würden: Feedback!

Du musst keine großen Marketingstudien in Auftrag geben, du kannst deine Community direkt auf deinem Blog nach ihrer Meinung fragen!

Blog Kommentare liefern Inspiration

Neben Feedback zu Artikeln werden in der Kommentar-Sektion von Blogs oft Fragen gestellt. Das und die Anzahl der Kommentare sind eine Art Stimmungsbarometer: Interessieren sich die Leser für das Thema, über das du gebloggt hast? Wollen sie noch weitere Infos dazu haben? Lohnt es sich vielleicht sogar, ein kostenpflichtiges Angebot dazu zu entwickeln?

Gründe gegen Kommentare am Blog

Wie schon geschrieben, bin ich eine Verfechterin von Kommentaren am Blog. Aber damit du dir deine eigene Meinung bilden kannst, sind hier auch Gründe gegen Blog-Kommentare, die mir in der Praxis oft begegnet sind:

  1. Zu wenig Zeit zur Administration
  2. Angst vor Kritik
  3. Panik vor einem Shitstorm

Wie viel Aufwand ist es, Kommentare zu administrieren?

Den ersten Grund, dass das Administrieren zu viel Arbeit ist, lasse ich hier mal nicht gelten. Denn was gibt es Besseres, als deine Zeit dazu zu verwenden, mit deinen Lesern und potenziellen Kunden in Austausch zu kommen?

Du hast bestimmt Aufgaben, von denen dein Business weniger profitieren würde und die du für den Aufbau deiner Community opfern kannst.

Aber zurück zur Frage: Der Aufwand ist natürlich abhängig davon, wie viele Kommentare du bekommst. In der Regel hält er sich aber in Grenzen.

Bei der Administration der Blog Kommentare gibt es folgende Aufgaben:

  • Kommentare freigeben
    Bei vielen Bloggern erscheint ein Kommentar, den du geschrieben hast nicht sofort, sondern erst nach Freigabe. Das heißt, die Bloggerin wird über einen neuen Kommentar verständigt und muss dann ihr OK geben, dass er online geht. Das sind pro Kommentar ein paar Klicks. Und obwohl diese Methode etwas aufwendiger ist, empfehle ich sie. Warum, kannst du im Abschnitt Blog Kommentare aktivieren & freigeben nachlesen.
  • Spam-Kommentare löschen
    Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass Spam-Kommentare auf deinem Blog hinterlassen werden. Du kannst die meisten Kommentare mit einem Spam-Plugin wie AntispamBee abfangen und automatisch löschen lassen. Hin und wieder verirrt sich aber ein Spam-Kommentar unter die „richtigen“ Kommentare und muss manuell entfernt werden.
  • Auf Kommentare antworten
    Hier liegt der eigentliche Aufwand beim Administrieren der Kommentare – beim Beantworten. Aber die Arbeit lohnt sich, denn so kannst du Kontakt mit deinen Lesern aufbauen.

Warum du keine Angst vor Kommentaren am Blog haben musst

Die anderen zwei Gründe, warum viele überlegen, ihre Blog-Kommentare abzuschalten, ist wie oben bereits erwähnt: Angst.

Angst vor Kritik und Angst vor einem Shitstorm/Beleidigungen.

Ja, im Internet treiben sich mitunter eigenartige Leute herum, die leider auch Kommentare hinterlassen, die wir so nicht hören bzw. lesen wollen.

Aber zu aller erst mal eine gute Nachricht: 

Du als Betreiberin deines Blogs entscheidest, welche Kommentare veröffentlicht werden und welche du löschst.

Wenn du möchtest, kannst du deine für dich aufgestellten Regeln sogar in einer Netiquette festhalten, damit deine Leser wissen, was sie nicht machen dürfen (keine Beleidigungen, keine Werbung/Affiliate Links, …)

Wie du mit negativen Blog-Kommentaren umgehen kannst

Sollte jemand einen negativen Kommentar hinterlassen, ist das nicht gleich ein Grund, in Panik zu verfallen:

Zuerst musst du unterscheiden, ob es sich um (konstruktive) Kritik handelt oder schlicht um eine Beleidigung.

Im Falle von (konstruktiver) Kritik

… rate ich dir, den Kommentar zu veröffentlichen und nicht zu löschen. Ich finde, es ist eine Bereicherung für den Blog, wenn auch deine Leser ihre Meinung äußern dürfen.

Es wird immer Leute geben, die nicht unsere Ansichten haben. Und zu einem gewissen Teil wollen wir mit unseren Blogartikeln auch anecken, denn es sind diese Artikel, über die geredet wird ;-)

Das solltest du tun: antworte auf den Kommentar! Bedanke dich für eine andere Sichtweise oder nimm Stellung, wenn du missverstanden wurdest. Auch das kann passieren, denn sind wir mal ehrlich: nicht alle Leser lesen deine Texte mit der nötigen Aufmerksamkeit…

Im Falle von Beleidigungen, falschen Behauptungen oder Inhalten, die gegen das geltende Recht verstoßen, …

… rate ich dir, den Kommentar zu löschen bzw. nicht zu veröffentliche. Wenn du ihn entfernst, kannst du zur Sicherheit einen Screenshot machen und auf deinem Rechner archivieren.

Was du hier auf keinen Fall tun solltest, ist zu antworten. Getreu dem Motto: “Don’t feed the troll”. Denn damit provozierst du meist nur noch mehr beleidigende Antworten.

Wenn du mehr über den Umgang mit negativen Kommentaren erfahren möchtest, empfehle ich dir den Artikel von Zielbar, in dem das ABC-Modell für negative Kommentare vorgestellt wird.

Blog Kommentare in WordPress aktivieren & freischalten

Du kannst die Kommentare auf deinem WordPress Blog für jeden einzelnen Blogartikel aktivieren oder deaktivieren. Dazu machst du im Gutenberg Editor in der rechten Spalte beim Abschnitt „Diskussion“ einfach ein Häkchen oder lässt es weg.

Blog Kommentare in WordPress aktivieren & freischalten
Im Gutenberg Editor findest du die Einstellungen zum (De)Aktivieren der Kommentare in der rechten Seitenleiste.

Um festzulegen, wann ein Kommentar veröffentlicht wird und wann nicht, musst du in die allgemeinen WordPress Einstellungen gehen – genauer zum Punkt „Diskussion“. Dort kannst du ein paar grundlegende Einstellungen vornehmen.

Blog Kommentare in WordPress aktivieren & freischalten

1. Hier kannst du einstellen, ob du Kommentare am Blog prinzipiell erlauben möchtest oder nicht. Das kannst du wie schon geschrieben für jeden Artikel einzeln ändern.

2. Hier solltest du das Häkchen weglassen. Je schwieriger du es deinen Lesern machst zu kommentieren, desto unwahrscheinlicher wird es.

3. Du kannst entscheiden, ob

  • ein Kommentar sofort online geht (alle Häkchen weg)
  • du jeden Kommentar freigeben musst, bevor er sichtbar ist (oberes Häkchen setzen)
  • ein Kommentar automatisch veröffentlicht wird, wenn der Autor schon mal einen Kommentar geschrieben hat, den du bereits freigegeben hast (unteres Häkchen setzen)

Ich bin ein Fan von letzterer Möglichkeit und empfehle sie auch immer wieder gerne. Wichtig ist dabei, dass du dir jedes Mal ein E-Mail schicken lässt, wenn ein Kommentar auf Freigabe wartet (Nummer 4), damit der Kommentar nicht versauert…

Eine Erklärung aller Einstellungsmöglichkeiten und meine Empfehlungen zu WordPress und dem Menüpunkt „Diskussion“ findest du in meinem Kurs „WordPress Grundeinstellungen“ in der Blogothek.

Du bist auf der Suche nach verständlichen WordPress Tutorials für Frauen? Komm in die Blogothek Pro!

Tipps für mehr Kommentare

Spätestens jetzt hast du dich hoffentlich dazu entschieden, Kommentare auf deinem Blog zuzulassen.

Kommen wir deshalb zu DER Frage schlechthin: wie bringe ich meine Leser dazu, zu kommentieren?

Greife kontroversielle & emotionale Themen auf

Die Vorbereitung für mehr Kommentare am Blog startet schon mit der Auswahl des richtigen Themas. Gut für viele Kommentare sind kontroversielle oder emotionale Themen.

Wenn die Emotionen überkochen, dann fällt es vielen schwer, sich zurückzuhalten und NICHT zu kommentieren. Das kannst du dir hin und wieder zunutze machen und gezielt solche Themen in deinen Redaktionsplan aufnehmen.

Typische Ideen, die mir in diesem Zusammenhang als Erstes einfallen sind:

  • Impfdebatte
  • Bericht über eine Krankheit
  • die DSGVO bzw. rechtliche Themen im Business-Bereich

Je nach Thema musst du dich darauf einstellen, dass nicht nur positive Kommentare hinterlassen werden. Aber wenn du das weißt, kannst du dir schon vorher eine Strategie zurechtlegen, wie du mit negativen Wortmeldungen umgehst (siehe meine Tipps oben).

Schreibe so richtig hilfreiche Blogartikel

Die Auswahl des Themas spielt auch bei meinem nächsten Tipp eine kleine Rolle. Aber noch wichtiger ist der Mehrwert, den du lieferst.

Wenn du so richtig, richtig gute Blogartikel schreibst, die deinen Lesern weiterhelfen, dann kommentieren viele, um sich zu bedanken.

Bitte deine Leser um Kommentare

“Aber das kann man doch nicht machen!”

Das ist die Reaktion, die ich das letzte Mal auf diesen Tipp bekommen habe. Aber warum eigentlich nicht?

Wir bitten unsere Leser doch auch, dass sie sich in unseren Newsletter eintragen, dass sie eines unserer Produkte kaufen… Da ist die Bitte nach einem Kommentar weit weniger „schlimm“ ;-) 

Also: bitte deine Leser am Ende des Artikels, einen Kommentar zu hinterlassen. Und ganz wichtig: Sag ihnen auch, was du von ihnen hören möchtest.

Angenommen, du schreibst einen Artikel zur perfekten Morgenroutine – dann könnte die Aufforderung am Ende so lauten:

„Wie sieht deine Morgenroutine aus? Hinterlasse einen Kommentar und verrate es mir.“

In diesem Beispiel gibt es 2 Knackpunkte:

  1. Eine offene Frage. Das ist wichtig, denn du möchtest mit deinen Lesern ins Gespräch kommen. Eine Ja/Nein Frage ist dafür nicht optimal.
  2. Sag deinen Lesern, dass sie kommentieren sollen. Nur eine Frage zu stellen, reicht nicht aus.

Zugegeben, das funktioniert nicht immer, aber immer öfter. Besonders wenn du von heute auf morgen damit anfängst, klappt es vielleicht nicht gleich. Deine Leser müssen sich auch erst daran gewöhnen, dass sie jetzt Mitspracherecht haben!

Antworte auf jeden Kommentar. Wirklich JEDEN.

Viele Blogger warten bei jedem neuen Artikel auf Kommentare. Und wenn endlich mal einer kommt – tun sie nichts.

Zumindest sieht das für denjenigen, der den Kommentar hinterlassen hat, so aus.

Vielleicht köpfst du hinter den Kulissen die Champagnerflasche und feierst eine Nacht durch, weil du dich wahnsinnig über den Kommentar freust. Aber belasse es nicht dabei!

Antworte auf den Kommentar, bedanke dich und beantworte eventuelle Fragen. Das zeigt dem Kommentator deine Wertschätzung und macht Lust auf mehr Kommentare.

Schreibe einen Icebreaker – Kommentar

Einen Tipp, den ich noch nie öffentlich, sondern nur in meinen Coachings verraten habe: Schreib du den ersten Kommentar.

Ich weiß nicht, warum es so ist, aber ich verrate dir ein Geheimnis: Die Leute haben Angst davor, den ersten Kommentar zu hinterlassen.

Es scheint eine unsichtbare Barriere zu geben, die zwischen dem ersten Kommentator und dem “Kommentar absenden” – Button steht.

Der erste Kommentar am Blog dauert oft ewig, aber dann geht's dahin. Also schreib ihn doch einfach selbst! Klick um zu Tweeten

Ich erlebe es bei meinen Blogartikeln immer wieder: Der erste Kommentar lässt manchmal Tage lang auf sich warten, aber dann geht’s rund und es trudelt ein Kommentar nach dem anderen ein.

Also nimm deinen Lesern die Angst und schreibe du selbst den ersten Kommentar!

Dazu musst du dir kein Inkognito-Profil anlegen, sondern du kannst unter deinem Namen einen Kommentar hinterlassen in dem etwas wie „Ich freue mich auf eure Antworten.“ steht.

Alleine die Tatsache, dass beim Artikel dann „1 Kommentar“ steht, hilft oft schon weiter.

Verzichte auf (komplizierte) Captcha

Du hast sie bestimmt schon mal gesehen: die Captcha (Sicherheitsabfragen) unter Blogartikeln, wo du beim besten Willen nicht sagen konntest, was das für Buchstaben waren. Das ist ärgerlich!

Mir persönlich ist es schon öfter passiert, dass ich den Kommentar nicht abschicken konnte, weil ich die Sicherheitsabfrage nicht entziffern konnte. Beim nächsten Mal hab ich dann darauf verzichtet, zu kommentieren.

Eine technische Hürde aufzubauen ist das Letzte, was wir wollen!

Deshalb:

  • baue kein oder nur ein sehr einfaches Captcha ein
  • mach es nicht zur Voraussetzung, dass deine Leser registriert sein müssen
  • nutze die Standard-Kommentarfunktion und kein externes Tool wie z.B. Disqus

Kommentiere auf anderen Blogs

Zum Schluss noch eine Frage: wie oft kommentierst du auf anderen Blogs?

Überlegst du noch, weil es schon so lange her ist?

Na dann fasse dich selbst an der Nase und kommentiere regelmäßig auf anderen Blogs!

Zu erwarten, dass jemand anderer bei dir einen Kommentar hinterlässt, obwohl du das nicht machst, ist ungefähr so wie sich aufzuregen, dass niemand in seine Gesundheit investiert, wenn du das auch nicht machst.

Zusammengefasst

Obwohl in den letzten Jahren tendenziell immer weniger auf Blogs kommentiert wird und sich die Diskussionen eher auf Social-Media-Kanäle verlagern, ist es auch heute noch möglich, Kommentare auf deine Blogartikel zu bekommen.

Techniken, die du anwenden kannst, sind:

  • Greife kontroversielle & emotionale Themen auf
  • Schreibe so richtig hilfreiche Blogartikel
  • Bitte deine Leser um Kommentare
  • Antworte auf jeden Kommentar. Wirklich JEDEN.
  • Schreibe einen Icebreaker – Kommentar
  • Kommentiere auf anderen Blogs
  • Verzichte auf (komplizierte) Captcha

Bekommst du Kommentare auf deinen Blog? Welch dieser Techniken wendest du schon an oder möchtest du in Zukunft ausprobieren? Verrate es mir in einem Kommentar!

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