Wie oft soll ich bloggen? - Oder: Warum du dir als selbstständige schadest, wenn du zu oft bloggst

Wie oft soll ich bloggen? – oder: Warum du dir als Selbstständige schadest, wenn du zu häufig bloggst

Es gibt eine Handvoll Fragen, die mir in jedem Blog Coaching gestellt werden. Also wirklich in jedem. Und auch in der Frage- und Antwortrunde in meinem Mitgliederbereich, der Blogothek, wird sie in regelmäßigen Abständen gestellt:

Wie oft soll ich bloggen?

Ich merke dann immer, dass die aberwitzigsten Gerüchte kursieren. Manche Selbstständige fangen gar nicht erst an zu bloggen, weil sie denken sie müssten täglich bloggen…

Also lass uns der Frage gemeinsam nachgehen.

Blog ist nicht gleich Blog – oder: muss ich täglich bloggen?

Vorab muss ich erst mal klarstellen, für wen dieser Artikel ist. Ja “muss”, denn das ist ein wichtiger Punkt in dem Zusammenhang.

Meine Empfehlung hier gilt für einen Business-Blog, mit dem du als Selbstständige Kunden gewinnen und einen Expertenstatus aufbauen möchtest.

Dieser Punkt ist so wichtig, weil für die unterschiedlichen Blogs unterschiedliche Regeln gelten.

Wenn du einen News-Blog schreibst, auf dem du die Leute mit Neuigkeiten versorgst, reicht es nicht, wenn du jede Woche einen Artikel veröffentlichst. Denn stell dir vor, du berichtest über das Ergebnis einer Wahl mit 3 Tagen Verspätung. Als Leser würde ich mir da auch eine andere Quelle suchen.

Bei den meisten Business-Blogs geht es aber nicht darum, dass du die erste bist, die von Neuigkeiten berichtet. Sondern es geht darum einen Expertenstatus aufzubauen, mit deinen Lesern regelmäßig in Kontakt zu bleiben und deine Positionierung zu festigen. Und Wissen zu vermitteln.

Und da musst du auf keinen Fall täglich bloggen. Im Gegenteil! Bei einer meiner Leserbefragungen habe ich herausgefunden, dass meine Leser einen Blogartikel pro Woche zu oft finden, weil sie nicht hinterherkommen.

Also stellen wir uns die Frage:

Wovon hängt die Frequenz beim Bloggen ab?

Einen wichtigen Punkt habe ich oben schon angesprochen: die Art des Blogs.

Bei einem News-Blog sind zum Beispiel mehrere Artikel pro Tag Standard. Diese Blogs arbeiten aber auch häufig mit mehreren Autoren und nehmen Geld über Anzeigen oder Werbepostings ein.

Ein zweiter wichtiger Punkt, der bestimmt wie häufig du bloggen solltest, ist das Alter:

Wenn du gerade erst startest, solltest du öfter auf den “Veröffentlichen”-Button klicken.

Das heißt im Klartext, dass du entweder jede Woche oder zumindest jede zweite Woche einen Blogartikel veröffentlichen solltest.

Das hat verschiedene Vorteile:

  • Du bekommst eine Routine beim Bloggen
  • und lernst dein CMS kennen (z.B. WordPress).
  • Dadurch wirst du immer schneller und
  • hast nicht mehr so große Panik vor dem Veröffentlichen neuer Artikel.
  • Außerdem baust du so einen Grundstock an Artikeln auf, der sowohl deinen Lesern als auch Google zeigt, was sie bei dir erwarten können.

Wie hängen das Alter deines Business und die Anzahl der Blogartikel zusammen?

Ich sehe bei vielen Selbstständigen, dass diese zwei Dinge zusammenhängen. Man könnte sagen, es gibt 3 verschiedene Phasen:

Phase 1: Du bist neu im Business und hast gerade angefangen zu bloggen

Wenn du deinen Blog gleichzeitig mit deinem Business startest, hast du zu Beginn meist auch noch die Zeit, jede Woche einen Blogartikel zu veröffentlichen. Da ist dein Kalender (noch) nicht mit Kundenterminen zugepflastert und die Zahl der E-Mails, die täglich in dein Postfach eintrudeln, ist überschaubar. Zumindest war das bei mir anfangs so – auch wenn ich dir natürlich etwas anderes wünsche 😉

Phase 2: Dein Business läuft und du hast mehr als genug Kundenanfragen

Irgendwann hast du durch deinen Blog so viel Aufmerksamkeit und Anfragen, dass du nicht mehr hinterherkommst. Wenn du weiterhin 1:1 arbeitest, kannst du die Frequenz deiner Blogartikel runterschrauben. Der Grundstock, den du bisher aufgebaut hast, arbeitet SEO-technisch gesehen für dich. Und du kannst deine Zeit nutzen, um ein skalierbares Produkt zu erstellen, das auch ohne dich konsumiert werden kann (z.B. ein Selbstlern-Onlinekurs).

Phase 3: Du hast ein Team und möchtest deine Reichweite stetig erhöhen

Irgendwann kommt bei vielen Selbstständigen oder Unternehmerinnen der Punkt, wo sie die Content-Erstellung zumindest teilweise an ein Team auslagern. Das kann die Recherche sein, das Einpflegen ins CMS, das Korrekturlesen, Content-Recycling, …

Wenn du an dem Punkt angelangt bist und vorrangig skalierbare Produkte verkaufst, dann ist es eine gute Idee, die Frequenz der Blogartikel wieder zu erhöhen und z.B. wieder auf einen wöchentlichen Rhythmus zu wechseln.

Das trifft natürlich nicht auf jedes Business zu, zeigt aber ganz schön, dass auch der Blog immer im Wandel ist und sich an dich und deine Bedürfnisse anpassen muss. Denn immerhin ist er nicht dein Hauptbusiness, sondern “nur” ein Marketingkanal.

Kann man zu oft bloggen?

In meinen Augen ein eindeutiges: Ja!

Auf deinem Business Blog geht es darum, dass du deine Expertise zeigst und deinen Lesern einen Einblick darin gibst, wie es ist, mit dir zu arbeiten.

Hetzt du jede Woche von Blogartikel zu Blogartikel und die Qualität leidet darunter? Dann bloggst du zu oft.

Ein Blogartikel, in dem unzählige Rechtschreibfehler sind, der deinen Lesern nicht weiterhilft oder der schnell und lieblos dahingerotzt ist, bringt gar nichts. Ich finde, dass diese Artikel deinem Expertenstatus sogar schaden können.

Wenn ich persönlich mehrere belanglose Artikel hintereinander lese, dann abonniere ich den Blog nicht mehr und vergesse die Person irgendwann ganz – bis ich vielleicht später zufällig mal wieder über einen Artikel stolpere.

Aber nicht nur die Qualität leidet, sondern auch die Promotion.

Wenn du möchtest, dass deine Blogartikel gelesen werden, dann musst du sie auch promoten. Sprich: Auf Social Media teilen. (Außer du setzt ausschließlich auf SEO, was ich dir nicht empfehlen würde).

Wenn du so viele Blogartikel schreibst, dass du mit dem Bewerben nicht mehr hinterherkommst, dann verschenkst du unheimlich viel Potenzial. Denn der beste Blogartikel bringt nichts, wenn ihn niemand sieht…

Ja, es gibt ein zu oft bloggen. Dabei sprechen wir aber nicht von einer absoluten Zahl, sondern das hängt von deinen Ressourcen ab.

Regelmäßigkeit ist wichtiger als häufiges Bloggen

Viel wichtiger, als so viele Blogartikel wie möglich zu veröffentlichen, ist dass du längerfristig und regelmäßig am Ball bleibst.

Damit rufst du dich immer wieder ins Gedächtnis deiner Leser und bist als Autorität auf deinem Gebiet in ihrem Kopf abgespeichert. Außerdem gibt es deinen Lesern das Gefühl, dass sie sich auf dich verlassen können und du ständig für sie da bist. Das übertragen viele unbewusst auch auf deine Dienstleistungen.

Achte also darauf, dass du deine Blogging-Frequenz so wählst, dass du nicht wochen- oder monatelang von der Bildfläche verschwunden bist.

Wie du die perfekte Frequenz für dich findest

Okay, jetzt aber ganz konkret: Wie kannst du die richtige Frequenz für dich finden?

Das wichtigste ist, dass du einfach mal anfängst. Nur so bekommst du ein Gefühl dafür, wie lange du für einen Blogartikel überhaupt brauchst. Dann kannst du folgendermaßen vorgehen:

  1. Schreib 1-3 Blogartikel und tracke die Zeit mit. Dann weißt du, wie lange du ungefähr für einen Artikel brauchst. Ein kostenloses Tool dafür ist z.B. Toggl.
  2. Blockiere dir in deinem Kalender genau diese Zeit, die du für das Schreiben der Blogartikel brauchst (+ 1/2 Stunde Puffer pro Artikel).
  3. Schau nochmal auf deinen Kalender und überlege dir, ob es realistisch ist, dass du diese Zeiten einhältst. Sei wirklich ehrlich mit dir. Wenn es nicht realistisch ist, dann schraube die Frequenz lieber herunter.

Meiner Erfahrung nach gibt es nichts Schlimmeres, als sich einen zu hohe Blogging-Frequenz vorzunehmen.

Denn wenn du es einmal nicht schaffst, den Blogartikel rechtzeitig fertigzustellen, dann kommt ganz schnell das schlechte Gewissen. Und der Druck, dass der nächste Blogartikel dafür noch besser sein muss. Das nimmt dir die Lust am Bloggen und irgendwann hörst du dann ganz auf damit.

Das heißt: Plane lieber von Anfang an weniger Blogartikel ein, bevor du dir den Spaß am Bloggen durch dein schlechtes Gewissen vermiesen lässt.

Das Minimum an Blogartikeln pro Monat

Auch wenn ich der Ansicht bin, dass du nicht jede Woche einen neuen Artikel auf deinem Business-Blog veröffentlichen musst, gibt es in meinen Augen doch ein Minimum: zumindest einmal im Monat solltest du einen neuen Artikel veröffentlichen.

Wenn du vorhast so selten zu bloggen, solltest du dafür noch mehr auf die Qualität und Länge deiner Artikel achten.

Diese geringe Frequenz empfehle ich aber nur Bloggerinnen, die schon längere Zeit bloggen und ihre Routine gefunden haben. Warum es zu Beginn sinnvoller ist, öfter zu veröffentlichen, habe ich ja oben schon erklärt.

Fazit

Du siehst, die Frage “Wie oft soll ich bloggen?” kann wie so viele Dinge beim Bloggen nicht eindeutig beantwortet werden, weil sie von dir, deinem Business und deiner Strategie abhängt.

Wichtig ist, dass du realistisch bleibst, wenn es darum geht zu entscheiden, wie häufig du bloggst. Damit du dich selbst nicht zu sehr unter Druck setzt und den Spaß am Bloggen behältst.

Wie oft bloggst du? Hattest du schon immer den gleichen Rhythmus oder hast du die Frequenz schon mal geändert?

5/5 (4 Reviews)

3 Kommentare zu „Wie oft soll ich bloggen? – oder: Warum du dir als Selbstständige schadest, wenn du zu häufig bloggst“

  1. Super! Vielen Dank. Ich schreibe eigentlich fast das ganze Jahr über einen Beitrag pro Woche, kommt immer Mittwoch online und mache meiner Leser warten dann schon darauf nur zur Weihnachtszeit und im Sommer mache ich eine Pause! Ich hohle mir in der Zeit meist neue Ideen. Nachdem ich jetzt schon seit mehreren Jahren meinen Blog habe, mach ich auch manchmal nur ein Update.
    Viele Grüße, Pia

  2. Hallo Pia,
    ich bin neu auf deinem Blog und finde deinen Input klasse. Deine Zusammenfassung werde ich auf jeden Fall beherzigen, wenn ich mit meinen eigenen Artikeln starte. Danke.

    Alles Liebe
    Darinka

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