5 Blogartikel Einleitungen, die dein Leser nicht ignorieren kann – und wie du sie schreibst

von | 28. Mrz 2019 | Blogging Basics | 12 Kommentare

Gastautorin: Madita Schäkel

Gastautorin: Madita Schäkel – mehr zur Autorin

Vor ein paar Tagen war ich mit meinem Freund das erste Mal Klettern. Bouldern besser gesagt: Die Wände sind nicht besonders hoch und unten liegen Matten, falls man fällt. Bevor man jedoch an den kleinen, bunten Griffen hochflitzen kann, kommt der Einstieg.

Bei manchen Routen ist der klar gekennzeichnet. Bei anderen nicht.

Ich lasse meinen Blick also hochgleiten, schaue mir die Route genau an und frage mich: Wie fange ich am besten an? Wo platziere ich meine Hände und Füße, damit der Aufstieg möglichst leicht und flüssig wird? Wie schaffe ich es da hoch, ohne abzurutschen und platt auf dem Rücken zu landen?

Jetzt sagst du vielleicht: Ist doch egal, fang erstmal an und schau, was passiert.

Sobald ich ein paar Routen geklettert war, wurde eines glasklar: Wie ich einsteige, beeinflusst mich über die ganze Route. Ist der Einstieg schlecht, brauche ich viel mehr Kraft, bin unsicher und die Wahrscheinlichkeit zu fallen, steigt. Danach bin ich frustriert.

So ist es auch beim Bloggen.

Wenn du willst, dass deine Leser deine Artikel lesen, brauchst du einen richtig guten Einstieg – eine geniale Einleitung.

Wenn du willst, dass deine Leser deine Artikel lesen, brauchst du einen richtig guten Einstieg – eine geniale Einleitung. Klick um zu Tweeten

Du konkurrierst mit großartigen Artikeln, Büchern, Filmen und Podcasts um die Zeit und Aufmerksamkeit deiner Leser.

Gib ihnen einen guten Grund, DEINE Artikel zu lesen – sonst lesen sie die von jemandem, der das tut.

Meide Irrelevanz und Langeweile wie die Pest

„Der Frühling kommt, die Temperaturen steigen“, „Winterzeit ist Erkältungszeit“ – Gähn! Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich das schon gelesen und sogar selbst geschrieben habe. Es ist das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man einen Blogartikel über Erkältungen oder Frühjahrsmüdigkeit schreibt.

Das Problem: Das fällt nicht nur mir als erstes ein, sondern 1000 anderen auch. Deswegen kannst du den ersten Gedanken für eine Einleitung eigentlich immer in die Tonne treten. Aber das ist okay, bleib dran.

Weißt du, was das Geheimnis des Werbetextens ist? Es sind weder schlaue Wörter, noch eloquente Sätze, noch irgendeine Formel.

Gute Texter wissen, wie sie einen Leser in den Text ziehen und halten. Wie machen wir das?

Gute Texter wissen, wie sie einen Leser in den Text ziehen und halten. Wie machen wir das? Klick um zu Tweeten

Wir schreiben eine Headline, die Aufmerksamkeit erzeugt. Dann schreiben wir einen ersten Satz, der neugierig macht – wie das geht, zeige ich dir sofort. Dann schreiben wir den nächsten Satz. Und den nächsten. Und dann noch einen. Jeder Satz muss den Leser weiter in die Story saugen. Bis zum Schluss.

Alles fängt mit dem Einstieg an.

Denk dran: Ist der Einstieg schlecht, findet dein Leser nicht den Weg in den Text. Im besten Fall hangelt er sich durch, ist unsicher, ob das hier nicht gerade totale Zeitverschwendung ist, und ist im schlimmsten Fall frustriert. Gute Einleitungen für deine Blogartikel gehören also ab jetzt zu deiner Mission „besser bloggen“.

Du hast nur ein paar Sekunden Zeit – nutze sie!

Kennst du das: Du triffst jemanden zum ersten Mal, eure Augen treffen sich, ein Handschlag und du spürst – nichts. Rein gar nichts. Diese Person lässt dich total kalt. Und dann gibt es das krasse Gegenteil: Du schaust jemandem in die Augen und irgendwas in dir wird wach. Wer ist die Person? Was hat sie zu sagen?

Deine Blog-Einleitung muss wie eine Person sein, die Charisma hat.

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Er muss irgendwas im Leser bewegen. Ob das passiert oder nicht, entscheidet sich in den ersten Sekunden. Schaffst du es, mit dem Einstieg etwas auszulösen – sei es Neugier, Schock, ein Lachen oder ein zustimmendes Nicken – hast du es geschafft.

Die 5 besten Einleitungs-Typen für deinen nächsten Blogartikel

Okay, genug zur Theorie. Du fragst dich sicher schon, wie um Himmels Willen so ein Einstieg aussehen kann. Keine Sorge, du musst nicht Hemingway sein. Du musst auch nicht vor dem leeren Blatt und blinkenden Cursor Blut und Wasser schwitzen.

Du brauchst nur ein paar Denkanstöße und Beispiele, die dir einmal vormachen, wie es geht.

Bereit?

1. Der Geschichtenerzähler

Wir Menschen lieben Geschichten. Es gibt sie, seit es Menschen gibt. Storys unterhalten uns – sie ziehen uns in ihren Bann. Damals saßen die Menschen am Feuer, heute sitzen wir vor Netflix oder lesen Joy Fielding auf dem Kindle in der Bahn.

Geschichten unterhalten uns aber nicht nur. Sie haben auch etwas Lehrreiches. Geschichten, die wir Kindern vorlesen, haben eine Moral: Du sollst nicht lügen (Pinocchio), das Gute setzt sich durch (König der Löwen), Schönheit kann auch ein Fluch sein (Schneewittchen), Freundschaft ist wichtiger als gewinnen (Cars).

Willst du einen Blog für dein Marketing, brauchst du Storytelling. Geschichten vermitteln dem Leser Informationen und Emotionen auf einfache, verständliche und bildliche Weise.

Nimm zum Beispiel den Einstieg für diesen Blogartikel. Ich hätte auch einfach schreiben können, dass der Blogeinstieg wichtig ist, um Leser zu behalten. Ich habe mich für die Kletter-Geschichte entschieden, weil du dir dann bildlicher vorstellen kannst, wie wichtig die Einleitung ist. Entweder kletterst du selbst und weißt, wie das ist. Wenn nicht hast du trotzdem Bilder im Kopf, die dir das Verständnis erleichtern.

Aus trockenen Themen werden spannende Geschichten.

Beginne mit dem Thema: Worüber willst du schreiben? Was ist die Kernaussage. Dafür musst du natürlich dein Blogthema und deine Nische gut kennen.

Wenn du die hast, durchforstest du dein Gehirn nach Dingen, die du erlebt, gesehen oder gelesen hast. Wie hängt deine Kernaussage damit zusammen? Mit welcher Erfahrung oder welchem Satz kannst du deine Aussage verbildlichen?

2. Der Mitfühlende

Wenn du deinen Leser erreichen willst, musst du wissen, was ihn bewegt.

Blogartikel sind sowohl für Einzelunternehmer als auch für große Unternehmen wunderbar, um Vertrauen bei potenziellen Kunden erzeugen. Eine Beziehung, die dann Interessenten in Kunden verwandelt.

Zeig deinem Leser direkt in der Einleitung, dass du ihn verstehst. Dass du weißt, was ihn bewegt, was er gerade fühlt oder durchmacht. Beim Werbetexten nutzen wir das auch: Wie nennen es die Hölle des Kunden. Wir müssen wissen, welche Probleme der Mensch hat und was er sich wünscht oder wo er hinwill. Das Angebot ist die Brücke zwischen den beiden.

Das funktioniert auch für deine Blogartikel. Sprich einen Schmerzpunkt an, die dein Leser hat. Oder beschreibe genau das, was sich dein Leser am meisten wünscht.

„Ich hab in den letzten Jahren mehrfach gedacht, dass ich pleite gehe, dass ich es nicht schaffe, die nächsten Monate zu überstehen und mein Business dorthin zu bringen, was meiner Vision entsprach.“

Das ist ein Teil des Einstigs, die Julia Lakaemper (Mindset Coach) für ihren Blogartikel „Wenn du pleite bist: Das kannst du tun“ geschrieben hat.

Sie kann sich mit ihrer Zielgruppe total identifizieren, weil sie selbst dazugehörte. Jetzt kann sie diese Gefühle von damals wunderbar dafür verwenden, ihren Lesern zu zeigen, dass sie sie versteht. Und weiß, wie sie aus der Situation wieder herauskommen. Gefühle sind wichtig, wenn du erfolgreich bloggen willst.

3. Der Schocker

Schreibst du über ein kontroverses Thema?

Dann fällt dir dieser Einstieg leicht. Eröffne deinen nächsten Artikel doch mal mit einer schockierenden Aussage. Gibt es zum Beispiel ein kontroverses Thema, zu dem du eine glasklare Meinung hast? Dann sprich sie aus. Und erkläre im Blogartikel anhand von stichfesten Argumenten, warum.

Trau dich!

„Ich bin keine Feministin, ich bin Egoistin. Ich weiß nicht, ob „man“ im Jahr 2015 in Deutschland den Feminismus braucht, ich brauche ihn nicht. Er ekelt mich eher an. Feminismus klingt für mich ähnlich antiquiert wie das Wort Bandsalat.“

Das ist die Einleitung von Ronja Larissa von Rönne in einem Artikel für WELT mit dem Titel „Warum mich der Feminismus anekelt„. Es gibt sicherlich 1000 Frauen und Männer, die das schockiert – im negativen Sinne. Die eine ganz andere Meinung haben. Die vielleicht sogar ein bisschen beleidigt sind, wenn sie das lesen. Es gibt aber auch Leute, die genau diese Meinung teilen und den Mut zur Meinung respektieren und bewundern.

Du darfst eine klare Meinung haben und diese auch kommunizieren.

Natürlich passt das nicht immer. Vielleicht hast du ein Online-Business und es gibt nicht wirklich passende Kontroversen, die du auf deinem Blog ansprechen könntest. Trotzdem kannst du deine Leser ein bisschen schocken.

„Amateure benehmen sich wie Zeus – sie sitzen in den Wolken und bestrafen andere Menschen mit Blitzschlägen aus ihrem Anus.“

Diese Einleitung für den Blogartikel „30 Fehler, die dich als Amateur entlarven“ von Walter Epp sitzt. Wir können uns vorstellen, wie Zeus angepisst guckt und mit Blitzen aus seinem Anus auf Leute schießt. Herrlich schockierend. Finden einige Leute das unpassend und abstoßend? Garantiert. Aber es packt den Leser direkt am Kragen. Und motiviert auf jeden Fall zum Weiterlesen.

Kleiner Hinweis: Setzt du den Schocker ein, kannst du mit Gegenwind rechnen. Aber dafür zeigst du Charakter und findest eine eigene Schreibstimme, die dich aus dem Einheitsbrei der Blogger emporsteigen lässt.

4. Der Neugierige

Wenn keine der 3 vorherigen Einstiege so richtig passt, kannst du deinen nächsten Blogpost auch einfach mit einer Frage eröffnen. Stell deinem Leser eine Frage, die bei ihm die grauen Zellen in Gang bringt.

„Wusstest du, dass 9 von 10 Blogs in den ersten 2 Jahren sterben?“

„Kennst du das: Du hast viel zu sagen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst?“

Es gibt unendlich viele Beispiele dafür. Wichtig ist, dass es eine kraftvolle Frage ist, die weitere Fragen im Kopf des Lesers hervorruft. Bei der ersten fragt der Leser sich automatisch: Wie kommt das? Wie verhindere ich das?

Die Antworten gibst du im Artikel selbst.

5. Der Lustige

Du betreibst ein seriöses Business. Es ist dir ernst. Das heißt aber nicht, dass es keinen Spaß machen darf. Im Gegenteil: Lustige Artikel, die gleichzeitig Tiefgang haben, sind ein Jackpot. Wir wollen lachen, Spaß haben und nicht immer bierernst sein.

Wenn du deine Leser regelmäßig zum Lachen bringst und dann mit wirklich hilfreichen Informationen versorgst, werden sie zurückkommen. Nutze Humor in der Einleitung. Damit legst du direkt den Ton fest, bringst den Leser zum Weiterlesen und sammelst ganz viele Sympathiepunkte.

„Letztens kam ein Handwerker zu mir.

Ein echter „Meister seines Fachs“ – das sagte er.

Ich gab ihm eine leichte Aufgabe: Er sollte die Gardinenstange aufhängen.

3 Stunden, 10 Löcher und eine kaputte Gardinenstange später war der Handwerker immer noch nicht fertig.

Ich nahm die Gardinenstange, rammte sie ihm in den Hintern und hing ihn als Fahne auf meinem Dach auf.

Jetzt hängt er da als Warnung an alle Menschen, die sich selbst als „Meister“ bezeichnen, aber nichts können.“

Dieser Einstieg stammt auch von Walter Epp. Er leitet damit einen durchaus ernsten Artikel ein: „Die 3 Phasen auf dem Weg zu wahrer Größe„. Es geht darum, wie du ein Meister in deinem Gebiet wirst. Der Einstieg ist witzig, der Inhalt nicht: Bezeichne dich nicht als Experte, wenn du keiner bist.

Insbesondere für ernste Themen eignen sich witzige Einstiege. So machst du das Thema leichter und nahbarer – einfacher zu konsumieren und zu verstehen.

Tipp zum Schluss

Mach dir keinen Druck: Du musst die Einleitung für deinen Blogartikel nicht als erstes schreiben. Hast du eine grobe Idee, formulier das, was du hast. Muss nicht perfekt sein. Dann widme dich ruhig erst dem Inhalt.

Ich sage dir das, weil ich Folgendes genau weiß: Wenn du dich vor ein leeres Blatt setzt und versuchst, die perfekte Blogartikel-Einleitung zu schreiben, bettelst du um eine Schreibblockade. Fällt dir der perfekte Einstieg ein – super! Wenn nicht, relax. Bring deine Kreativität in Schwung, indem du dich erst dem Artikel widmest. Danach fällt dir der Einstieg leichter.

So, jetzt hast du 5 Strategien, mit denen du deine Blogartikel eröffnest. Nutze sie alle nacheinander für verschiedene Artikel. So entwickelst du ein Gefühl dafür, welcher Einstieg zu welchem Thema passt und wie du dich am wohlsten fühlst.

Welche Einleitung möchtest du zuerst ausprobieren? Hinterlasse einen Kommentar und verrate es uns!


 

Gastautorin: Madita SchäkelÜber die Autorin

Madita ist Texterin und Schreibcoach. Sie hilft dir, Schreibblockaden zu überwinden und richtig gute Texte für deine Website und deinen Blog zu schreiben, damit du Besucher in Kunden verwandelst. Auf Wunsch nimmt sie dir das Schreiben von Blogartikeln, Webtexten oder Salespages auch ab.

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