Gibt es schon zu viele Blogs zu deinem Expertenthema?

von | 6. Okt 2020 | Blog Starten | 7 Kommentare

Da hast du ewig überlegt, ob du einen Blog starten solltest. Hast am Thema gefeilt, die ersten Blogartikel-Ideen zumindest im Kopf gesammelt. Und dann googelst du nach deinem Blog Thema und merkst:

Mist, zu meinem Expertenthema gibt’s ja schon so viele Blogs! 😳

Vielleicht bloggst du aber auch schon länger und weißt, dass es andere Blogs gibt. Aber dann tappst du beim Scrollen auf Social Media Kanälen wieder mal in die Vergleichsfalle und bist total demotiviert, weil es so viele tolle Blogs gibt. Und du fragst dich, ob es überhaupt Sinn macht, weiter zu bloggen?

Aber was tun? Kopf in den Sand stecken? Anderes Thema suchen?

Weder noch! Zu allererst solltest du Ruhe bewahren, denn das ist weniger schlimm, als du denkst. Nach diesem Blogartikel weißt du, warum!

Warum du trotzdem bloggen solltest…

… auch wenn es schon andere Blogs zu deinem Expertenthema gibt. Oder: 3 Gründe, warum es nie zu viele Blogs zu einem Thema geben kann.

Das, was sich da in unsere Köpfe einschleicht, ist schlicht und einfach ein Denkfehler. Ja, es gibt viele Blogs. Aber es gibt auch viele Friseure. Oder Kaffeehäuser. Und trotzdem eröffnen weiterhin ständig neue.

Und was in der Offline-Welt gilt, das trifft auch auf die Online-Welt zu. Meine besten 3 Argumente, warum es nie zu viele Blogs zu einem Thema geben kann und du gleich mit dem Bloggen starten solltest, sind hier:

1. Sieh es als Bestätigung

Viele Leute suchen sich auf Teufel komm raus ein Thema, zu dem es noch keinen einzigen anderen Blog und keine Mitbewerber gibt. Der Gedanke dahinter: “Wenn es noch niemanden gibt, müssen die Leute meinen Blog lesen und meine Expertise kaufen”.

Leider gibt es meist aber einen Grund dafür, dass es keine Mitbewerber gibt: Es gibt auch nicht genügend Interessenten für das Thema…

Natürlich kannst du immer auf eine Marktlücke stoßen, die zur Goldgrube wird. Aber meist ist es eher so, dass nicht oft genug danach gesucht wird (Stichwort: Suchvolumen von Keywords) oder es niemanden gibt, der Geld für eine Dienstleistung ausgeben würde.

Das heißt, wenn es schon andere (erfolgreiche) Blogs zu deinem Expertenthema gibt, dann sieh es als Grund FÜR deinen Blog und nicht dagegen!

2. Jeder Leser liest mehr als 1 Blog zu einem Thema

Ich muss mich hier mal outen. Ich konsumiere mit Vorliebe Schund-Zeitschriften, in denen alle möglichen Gerüchte über Promis verbreitet werden. Als intellektuellen Ausgleich zu meiner Arbeit sozusagen

Und weiß du was? Ich lese nicht eine dieser Zeitschriften, sondern gleich 3. Und die Infos unterscheiden sich nur minimal! Manchmal ist der Text 1:1 derselbe und es gibt vielleicht unterschiedliche Headlines, Bilder und Layouts der Story.

Was will ich damit sagen?

Wenn wir uns für ein Thema interessieren, dann lesen wir nicht nur einen Blog, sondern mehrere.

Wir machen uns gleich auf die Suche nach allen möglichen Quellen und durchforsten diese.

Das ist übrigens nicht nur im Entertainment-Bereich so, sondern auch oder vor allem dann, wenn wir nach Informationen suchen. Ein weiteres Beispiel:

Als ich erfahren habe, dass ich mit Zwillingen schwanger bin, habe ich das Internet nach Zwillingsblogs durchforstet. Egal, was es zu lesen gab – ich habe es aufgesogen wie ein Schwamm.

3. Jeder Blogger ist einzigartig

Im Prinzip sollten die ersten zwei Gründe reichen, um deine Bedenken auszuräumen.

Du machst dir trotzdem weiterhin Gedanken, ob du überhaupt noch etwas zu den Inhalten im Internet beitragen kannst? Ob du weiteren Mehrwert liefern kannst?

Ja, das kannst du!

Das Schöne am Bloggen ist, dass es ein sehr persönliches Medium ist und du deinen eigenen Geschichten und Erfahrungen einfließen kannst. Du kannst Sachverhalte durch deine Erlebnisse ganz anders erklären und veranschaulichen als eine andere Expertin.

Ich muss dabei immer an den Mathematik-Unterricht denken: Die Auführungen meines Mathelehrers habe ich nie verstanden und durfte regelmäßig zum Nachzipf (das ist umgangssprachlich für Nachprüfung) antreten. Dadurch, dass es im Nachhilfeunterricht anders erklärt wurde, wusste ich sofort, worum es geht, und habe zum Glück jede Prüfung mit Leichtigkeit bestanden.

Vielleicht ist das deinen Lesern auch schon passiert, dass sie bisher immer nur Bahnhof verstanden haben. Aber durch die Art und Weise, wie du etwas erklärt hast, geht ihnen auf einmal der Knopf auf. (Von da an ist es übrigens kein weiter Weg mehr, dass deine Blogbesucher auch zu Kunden werden, aber das nur nebenbei erwähnt 😉)

Außerdem kannst du deine eigenen Erfahrungen und in deine Blogartikel einfließen lassen, damit deine Leser dich kennenlernen.

Denk nur an meine Geschichte mit den Zwillingsblogs oder den Schund-Zeitschriften. Das sind Anekdoten aus meinem Alltag, die du so auf keinem anderen Blog lesen wirst.

Und weißt du was?

Du verkaufst hauptsächlich aufgrund deiner Persönlichkeit, nicht (nur) wegen deines Wissens.

Gerade wenn du als Expertin eine Dienstleistung anbietest, entscheiden sich die Leute zwischen zwei Angeboten häufig aufgrund der Person und der Sympathie.

Und da kannst du punkten, wenn du Blogartikel schreibst, in denen du deine Persönlichkeit und deinen eigenen Blickwinkel einfließen lässt.

Wie du in einer umkämpften Nische mit deinem Blog trotzdem erfolgreich bist

Du hast dich also entschieden, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und (weiter) zu bloggen?

Sehr gut! Dann habe ich hier ein paar Tipps für dich, wie du dafür sorgst, dass du auch ganz bestimmt aus der Masse herausstichst.

1. Zeig deine Persönlichkeit in deinem Blog

Ich glaube, darüber muss ich nach dem letzten Absatz gar nicht mehr viel sagen.

Es ist wichtig, dass du deine Persönlichkeit zeigst, damit die Leser dich kennenlernen und einen Grund haben, von dir zu kaufen.

Menschen kaufen von Menschen. Nicht von Webseiten, auf denen möglichst viel Information steht.

Deshalb solltest du zum Beispiel:

  • die Leser mit in deinen Alltag nehmen
  • Geschichten und Erfahrungen (auch Fehler) mit ihnen teilen
  • so schreiben, wie du sprechen würdest (zwecks Authentizität …)

2. Finde deine eigene Schreibstimme

Das ist eigentlich auch ein Teil davon, Persönlichkeit in deine Texte zu bringen. Aber ich finde den Punkt so wichtig, dass ich ihn noch einmal hervorheben möchte.

Auch wenn man oft die Empfehlung liest, Füllwörter und Schnickschnack wegzulassen, bin ich kein Fan davon. Das ist meiner Meinung nach einfach nicht authentisch.

Trau dich, so zu schreiben, wie du sprichst. Nutze in Blogartikeln dieselben Wörter, die du im Gespräch mit Kunden verwenden würdest. Wenn du möchtest, auch Umgangssprache und Dialekt (zumindest, wenn man den Text dann noch versteht :-D)

Oder bildlich ausgedrückt: Es macht keinen Sinn, ein getuntes Dating-Profil auszufüllen, wenn das Gegenüber beim ersten Date merkt, dass er einem Fake-Profil aufgesessen ist.

Genauso ist das mit dem Blog: Es macht keinen Sinn, möglichst “schön” zu schreiben, wenn du im wahren Leben nie so sprechen würdest …

3. Kopiere andere nicht

Ein bisschen links und rechts zu schauen, was die anderen machen, ist okay.

Das kann dir sogar helfen, neue Ideen (z.B. für Blogartikel) zu bekommen und dich inspirieren zu lassen.

Allerdings solltest du nie einen anderen Blog kopieren. Weder das Design noch die Blogartikel-Themen, ganze Textpassagen oder Slogans.

Das ist nicht nur wahnsinnig ärgerlich für den Blogger, von dem du kopierst, sondern bringt dir auch nichts.

Abgesehen davon, dass jeder Selbstständige mit seinem Blog andere Ziele verfolgt und du nie wissen kannst, welche das sind, werden deine Leser immer irgendwie merken, dass nicht du dahinter stehst.

4. Hebe dich durch deine Nische ab

Eine andere Möglichkeit, die ich dir zusätzlich zum Einbringen deiner Persönlichkeit empfehle, ist die Nische: Du kannst dich bei deinem Thema entweder auf einen Teilbereich oder eine bestimmte Zielgruppe spezialisieren und kannst dich so von anderen abheben.

Statt als virtuelle Assistentin für Social Media zu arbeiten, könntest du dich auf einen einzelnen Kanal konzentrieren.

Oder statt Ernährungsberatung anzubieten, kannst du Ernährungsberatung für Kinder verkaufen.

Mehr Informationen, wie du einen gute Nische findest, kannst du in meinem Blogartikel „So findest du dein Blog Thema & deine Nische“ nachlesen.

Extratipp: Halte all das in deinem Blog-Konzept fest

Um den roten Faden nicht zu verlieren, empfehle ich dir, all das in einem Blog-Konzept festzuhalten. Es reicht schon, wenn du all das auf einem Zettel notierst, den du dir neben den PC legst, damit du ihn immer im Blick hast. Oder du nutzt mein Blog-Konzept Workbook, das dich durch die wichtigsten Punkte deines Blog-Konzeptes durchführt.

Das Blog Konzept ist deshalb so von Bedeutung, weil du es bei jeder Entscheidung zur Hand nehmen kannst. Bei kleineren wie das nächste Blogartikel-Thema, aber auch größeren wie die Erstellung deines neuen Freebies.

Warum du ein Blog Konzept haben solltest und was da alles hinein gehört, kannst du in meinem Blogartikel „So wichtig ist ein Blog Konzept für einen erfolgreichen Blog“ nachlesen.

Lohnt sich ein Blog zu einem umkämpften Thema?

Wenn du diese Tipps umsetzt, kann ich dir versprechen, dass du dich von all den anderen Blogs zu deinem Expertenthema abheben wirst.

Das ist die perfekte Voraussetzung, um eine begeisterte Community aufzubauen, die später auch deine Produkte kaufen wird.

Und du hast eine gute Basis für mehr Sichtbarkeit im Netz gelegt.

Wirst du Blog Marketing (also Suchmaschinenoptimierung oder das Teilen auf Social Media Kanälen) betreiben müssen, damit Leser deinen Blog finden?

Ja, absolut.

Wird es von heute auf morgen gehen, dass Hunderte Leser auf deinen Blog strömen?

Nein, leider nicht.

Aber sogar dann habe ich eine tröstende Nachricht für dich: Ein Blog zahlt sich immer aus, auch wenn du keinen einzigen Leser hast.

Schon alleine deshalb, weil du dich selbst beim Blogartikel Schreiben besser kennenlernst.

4 andere Gründe, warum sich ein Blog immer lohnt, habe ich dir in meinem Blogartikel „Warum ein Blog für dein Business nie Zeitverschwendung ist“ zusammengeschrieben.

Fazit

Es ist kein Problem, wenn es schon mehrere andere Blogs zu deinem Expertenthema gibt, sondern es ist sogar ein gutes Zeichen.

Trotzdem kannst du dich z.B. durch deine Persönlichkeit von deinen Mitbewerbern abheben und deinen Lesern so helfen, dich besser kennenzulernen und ihnen die Entscheidung, gerade von dir zu kaufen, zu erleichtern.

Gibt es zu deinem Expertenthema schon anderen Blogs? Macht dich das nervös oder hast du kein Problem damit? Verrate es mir in den Kommentaren!

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