Wie ich es schaffe, regelmäßig Content zu erstellen

Ich entwickle ja gerade ein neues Mentoring-Programm, bei dem ich Selbstständigen helfen möchte ein Business aufzubauen, das für sie arbeitet. Im Zuge dessen mache ich einige Marktforschungsgespräche, wo ich als Dankeschön für die Zeit auch immer ein paar Fragen beantworte. Und ich glaube in 90% der Fälle kam die gleiche Frage: „Janneke, du hast ein Business, 2 Kinder, arbeitest nur 20 Stunden pro Woche – wie schaffst du es, regelmäßig Content zu erstellen?“

Und ich habe mir gedacht, ich beantworte die Frage einfach mal hier für alle.

Wie schaffe ich es, dass jede Woche ein neuer Blogartikel online geht?

Ganz ehrlich: gar nicht. 

Wenn ich in einem Launch bin, die Kids oder ich krank sind oder der ganz normale Alltagswahnsinn überhand nimmt, fällt einfach mal eine Podcast-Episode oder ein Blogartikel aus. Natürlich könnte ich mich dafür zerfleischen, aber ganz ehrlich: davon geht die Welt nicht unter.

Manchmal schaffe ich es nicht, etwas zu veröffentlichen. Und das ist okay.

Ich glaube nicht, dass ich schon mal einen Leser verloren habe, weil die neue Folge nicht pünktlich online gegangen ist.

Plane realistisch

Was du aber machen kannst und machen solltest, ist realistisch zu planen. Wir haben meist viel zu hohe, unrealistische Erwartungen an uns selbst. Du kannst nicht jede Woche einen Blogartikel, Podcast, Newsletter, 5 Social Media-Postings, … veröffentlichen, wenn du alles alleine machst. Außer, du bist fulltime Content Creator…

Es ist okay, wenn du nicht jede Woche Long-Form Content wie Blogartikel oder Podcast veröffentlichst. Das kann dir im schlimmsten Fall sogar schaden.

Vielleicht schaffst du es alle zwei Wochen, vielleicht alle drei Wochen. Bei mir gilt immer: Qualität ist wichtiger als Quantität, denn ein dahingerotzter Blogartikel kann sich negativ auf deinen Expertenstatus auswirken.

Wie schaffe ich es, (fast) jede Woche Content zu erstellen?

Der Grund ist ganz einfach:

Weil ich es zu meiner Priorität gemacht habe.

Ich habe mich hingesetzt und überlegt, was für mein Business wirklich wichtig ist, um voranzukommen. Und das ist Content, der die Leute auf mich aufmerksam macht. Je mehr Leute ich erreiche, desto mehr bleiben am Schluss übrig, die meine Produkte kaufen.

Dabei ist mir aber vor allem wichtig, dass es strategischer und hochwertiger Content ist. Denn nur der hilft mir dabei, Kund:innen zu gewinnen und meinen Expertenstatus weiter auszubauen.

Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf starten wir mit Strategie #1:

#1 Ich fokussiere mich auf einen Content-Kanal

Sehr viele Leute haben Schwierigkeiten damit, regelmäßig Content zu erstellen, weil sie ihre Energie auf 10 verschiedene Kanäle aufteilen müssen. Da ist einmal der Blog, der Podcast, Social Media (3 verschiedene Kanäle mindestens), …

Wenn du dort überall regelmäßig Inhalte erstellen möchtest, kannst du nichts anderes mehr machen. Und obwohl ich Content erstellen liebe, kann ich eindeutig sagen: das will ich nicht.

Deshalb habe ich nur einen Kanal, wo ich originären Content erstelle. Bei mir ist das der Blog, von dem ich dann alles andere ableite. In der Regel erstelle ich erst den Blogartikel, dann wird daraus eine Podcast-Episode, die dann für Social Media Kanäle recycelt wird, usw.

Natürlich braucht es immer noch ein bisschen Zeit, die anderen Kanäle zu bespielen. Aber sehr viel weniger, als wenn du für jeden Kanal ganz neue Inhalte erstellen musst.

#2 Ich habe VIEL Übung

Etwas, das bei all den Tipps die man im Internet findet oft verschwiegen wird ist etwas, das du dir nicht über Nacht aneignen kannst: Übung.

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Gründe, warum ich es schaffe, schnell und viel Content zu erstellen. Ich habe vor 17 Jahren angefangen, meinen ersten Blogartikel zu schreiben. Das heißt, ich habe 17 Jahre lang Übung darin, Content zu erstellen:

  • Es fällt mir sehr leicht, Themen zu finden.
  • Es fällt mir sehr leicht, Artikel zu schreiben, weil ich meine Schreibstimme schon kenne.
  • Ich muss nicht lange sitzen und überlegen, wie ich etwas formulieren oder erklären kann. Sondern ich kann meist einfach drauf los schreiben.

Das liegt daran, dass ich es schon so lange mache. Aber auch, weil ich es regelmäßig mache.

Wenn du es aktuell nicht schaffst, jede Woche einen Blogartikel oder eine Podcastfolge zu erstellen, ist das vollkommen in Ordnung. Aber dann überleg mal, ob du dir irgendwie anders die Übung beim Erstellen von Content holen kannst?

Hier sind ein paar Beispiele:

  • veröffentliche jeden Tag eine Story veröffentlicht auf Instagram
  • schreibe Morgenseiten
  • führe ein Journal oder Tagebuch

Du wirst sehen, mit der Zeit wird es immer einfacher sein Content zu erstellen, weil es zur Routine (beim Bloggen hast du bestimmt schon von „Schreibroutine gehört“) wird.

#3 Ich habe Prozesse fürs Erstellen von Content

Wenn wir schon beim Wort Schreibroutine sind, geht’s zu meiner nächsten Angewohnheit, die es mir ermöglicht regelmäßig Content zu erstellen: Ich habe fix festgelegte Prozesse.

Das heißt, wenn ich vor habe einen Blogartikel und eine Podcast-Episode zum Thema XYZ zu schreiben, dann gehe ich in mein Projektmanagement-Tool Asana und dupliziere dort die Vorlage für einen Blogartikel. Dort habe ich eine Auflistung mit all den Dingen, die ich für dieses Stück Content machen muss.

Da steht dann zum Beispiel drin:

  • Thema überlegen
  • Skript/Entwurf erstellen
  • Entwurf überarbeiten
  • Titel überlegen

Einen genauen Einblick, wie mein Prozess fürs Erstellen von Blogartikeln aussieht, findest du im Blogartikel „Mein Blogging-Workflow“ oder in diesem Video:

Du siehst: ich habe eine fix fertige Liste mit der ich weiß, was ich wann machen muss.

Das klingt viel zu einfach um effektiv zu sein, aber ich bin dadurch viel schneller, weil ich nicht darüber nachdenken muss, was der nächste Schritt ist oder was für diesen Artikel noch fehlt.

Auf der anderen Seite markiere ich in Asana auch immer, wann welcher Schritt abgeschlossen sein muss: Wann muss der erste Entwurf fertig sein? Wann muss der Podcast aufgenommen werden? Bis wann geschnitten? Usw.

#4 Ich habe Leute, die mir Arbeit abnehmen

Dass ich in meinem Projektmanagement-Tool eintrage, was wann fertig sein muss, ist auch deshalb wichtig, weil ich mittlerweile nicht mehr alleine arbeite sondern Leute haben, die mich dabei unterstützen, Content zu produzieren.

Den Großteil mache ich zwar selbst: ich recherchiere meine Themen, mache Keyword-Recherche, erstelle Skripte, nehme den Podcast auf, …

Was ich aber nicht mehr selbst mache, ist den Podcast zu schneiden zum Beispiel. Da habe ich einen Podcast-Cutter, der mir das abnimmt.

Und auch Social Media Postings erstelle nicht mehr ich. Warum? Weil Social Media einfach nicht mein Hauptkanal ist und es so viel Zeit kostet. Nicht unbedingt das Erstellen der Postings (das geht dank der Blogartikel relativ schnell), sondern durch das Vergleichen und das Anschauen der anderen Inhalte.

Ich habe mir diese Hilfe eingekauft, wenn du das (noch) nicht möchtest ist die einfachst Lösung den Kanal wegzulassen oder seltener zu bloggen, podcasten, was auch immer.

Wenn du alles selber machst, dann achte darauf, dass dein Zeitplan realistisch ist.

#5 Ich nutze verschiedene Arten von Inhalten

Es ist ein scheinbar einfacher „Trick“, aber ein sehr wirkungsvoller: ich nutze verschiedene Arten von Inhalten.

Es gibt Blogs, wo du immer nur Tip Top SEO optimierte Blogartikel liest. Die sind dann von vorn bis hinten durchrecherchiert, mehrere tausende Wörter lang, …

Natürlich dauert es lange, so etwas zu erstellen. Aber wenn du das machst und deshalb nur einen Blogartikel pro Quartal schreiben kannst – der dann vielleicht nur semigut rankt – dann hilft dir das auch nicht weiter.

Deshalb schreib ich nicht nur SEO-optimierte Blogartikel, sondern auch persönliche Artikel (z.B. meine Quartalsrückblicke). Die sind schneller zu erstellen, weil ich die Basis dafür schon bei meinen Wochenrückblicken die ich bei der Planung mache, gelegt habe. Und haben gleichzeitig den Vorteil, dass meine Leser:innen mich besser kennenlernen.

Eine andere Idee sind Interviews für Podcast. Natürlich muss ich mir dafür Interviewpartner suchen, Fragen recherchieren/überlegen, die Podcast dann aufnehmen, … Aber im Vergleich zu so einem SEO-optimierten Blogartikel bin ich damit viel schneller. Ganz abgesehen von dem Vorteil, dass ich dadurch eine größere Themen- und Meinungsvielfalt am Blog habe.

Eine andere Art von Content, den ich als Blogartikel nutze: ich beantworte Fragen, die ich sowieso aus dem FF beantworten kann – so wie diesen Beitrag hier. Dafür gab es keine große Recherche, sondern ich konnte einfach drauflos schreiben.

Oft werden diese Fragen nicht auf Google gesucht, aber sind trotzdem interessant für deine Zielgruppe.

Vielleicht wissen sie einfach noch nicht, dass sie sich diese Frage stellen (sollten).

Da ist es noch besser, wenn du ihnen dann gleich die Antwort darauf lieferst. Und der Vorteil: Weil sowieso niemand danach sucht, müssen diese Folgen nicht SEO-optimiert sein.

#6 Content Recycling

Eine letzte Technik, die ich viel zu lange vernachlässigt habe, ist Content Recycling. Vor allem, wenn es stressig ist oder ich gerade wenig Zeit habe, greife ich darauf zurück. Was bzw. wie ich recycle ist ganz unterschiedlich:

  • Entweder überarbeite ich alte Blogartikel
  • oder ich nehme Inhalte aus Kursen und bereite sie so auf, dass ich sie als Blogartikel oder Podcastfolge veröffentlichen kann. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Blogartikel E-Mail Management für Selbstständige, für den ich 2 Lektionen aus einem meiner Kurse „verwurschtet“ habe.
  • Ich nehme Teile aus Webinaren oder Gastvorträgen und schreibe sie auf
  • Ich nutze einen Lead-Magneten als Grundlage für einen Blogartikel

Wenn du mal schaust, wie viel Content du in deiner Berufslaufbahn schon erstellt hast, wirst du merken, dass wahnsinnig viel da ist.

Und es wäre zu schade, wenn all das irgendwo auf deiner Festplatte versauert. Deshalb trau dich ruhig, diese Inhalte für deinen kostenlosen Content zu nutzen.

Wichtig: das soll nicht der ganze Kurs sein, sondern nur ein Nugget daraus, das den Leuten bei einem kleinen Schritt oder kleinen Problem weiterhilft. So gibst du ihnen einen Vorgeschmack, wie du Inhalte vermittelst.

Fazit

Ja, es braucht Zeit, Content zu erstellen. Aber es geht auch, wenn du gerade viele Kund:innen hast, Kinder die zu Hause sind, nur halbtags selbstständig bist, …

Der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass es zur Priorität wird und du dir bewusst machst, wie wichtig es ist, durch den Content neue Sichtbarkeit zu bekommen. Denn nur wenn die Leute dich sehen und finden, können sie auch zu Kund:innen werden.

Erstellst du regelmäßig Content? Was fällt dir daran besonders schwer?

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert